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Zeit für neue Mitbewohner im Beet

 

Gartengestalter Fred Fuchs erklärt, warum jetzt Pflanzzeit ist

 

Endlich pflanzen! Diesen Stoßseufzer hört man von Gartenbesitzern vor allem im Frühjahr, wenn frisches Grün und bunte Blüten in Scharen auf vom winterlichen Grau ausgehungerte Käufer warten. „Dabei ist für viele Pflanzen der Herbst die weitaus bessere Zeit, um sie in die Erde zu bringen, denn jetzt heißt es: Weichen stellen für die nächste Saison“, betont Gartenprofi Fred Fuchs aus Lenggries.

 

Nach einem langen, kalten Winter steigt die Lust von Gartenbesitzern auf frisches Grün und die ersten bunten Blüten natürlich fast ins Unendliche. Sie wollen endlich wieder raus und in der Erde wühlen. Dem entsprechend groß ist zum Frühlingserwachen dann auch der Andrang in Gartencentern, Bau- und Pflanzenmärkten. Aus Sicht des professionellen Garten- und Landschaftsbaus allerdings beginnt die eigentliche Hauptpflanzzeit jetzt, im Herbst. „Für Gehölze, Solitäre und größere Heckenpflanzen ist jetzt genau die richtige Zeit“, betont auch Fred Fuchs. Er ist Gartengestalter und Mitglied der Gärtner von Eden, eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses von rund 60 Gartengestaltern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich auf die Gestaltung anspruchsvoller privater Gärten spezialisiert haben.

 

Mehr Qualität und Zeit

Hauptgrund, warum Profis vorzugsweise im Herbst und Winter pflanzen, ist die Qualität der Pflanzen: „Wir pflanzen ja vor allem Ballenware“, so Fuchs. Im Gegensatz zu so genannten Containerpflanzen, die in Töpfen gezüchtet werden, wurzelt Ballenware direkt im Erdreich, hat also reichlich Platz, ein dichtes und fein verästeltes Wurzelwerk zu entwickeln, was für eine optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen wichtig ist. Da diese feinen Wurzeln aber beim Abstechen der Pflanze zwangsläufig in Mitleidenschaft gezogen werden, darf dies erst nach Ende der Vegetationsperiode, also im Herbst, erfolgen. „Die Pflanzen können dann problemlos verpflanzt werden – und das eigentlich den ganzen Winter über, sofern es nicht friert“, erklärt Edengärtner Fred Fuchs. Das gilt im Übrigen auch für Pflanzen aus dem eigenen Garten, die an einen anderen Standort umgesetzt werden sollen. „Neben der Pflanzenqualität ist ein weiterer großer Vorteil der Herbstpflanzung, dass die Pflanze sich, wenn dann im Frühjahr die Vegetationsperiode beginnt, schon gut akklimatisiert hat und gleich voll im Saft steht. Man gewinnt also Zeit“, so der Gartenprofi weiter. Wer seinen Pflanzen noch vor dem Winter eine Extraportion Nährstoffe mitgeben will, sollte in jedem Fall auf organische Dünger setzen, die nur sehr langsam und unabhängig von Temperatur und Bodenleben freigesetzt werden und damit ihre Wirkung erst Richtung Frühjahr voll entfalten.

 

Frostschutz nicht vergessen

Eins sollte man nicht nur bei Pflanzen, die im Herbst gepflanzt werden, nicht vergessen: das Gießen, denn: „Die meisten Pflanzen, die den Winter nicht überstehen, sind nicht erfroren, sondern vertrocknet“, warnt Fuchs. Und ganz unabhängig davon, wann gepflanzt wird, gilt, dass Standortbedingungen und Ansprüche der Pflanzen zusammenpassen müssen: „Mediterranes braucht in jedem Falle einen Winterschutz und selbst der als so unempfindlich geltende Kirschlorbeer verträgt definitiv keine frostige Zugluft“, fasst Fred Fuchs zusammen.

 

Farbenfrohe Weichenstellung

Neben dominierenden und dauerhaften Pflanzen sind es natürlich vor allem auch die Zwiebeln, die vor dem Frost in den Boden gebracht werden sollten, damit sie in der kommenden Saison den gewünschten farbenfrohen Frühstart im Beet hinlegen können. Hier gilt in Sachen Qualität die einfache Faustregel: Je dicker die Zwiebel, desto besser, denn: „Die Zwiebel ist das Nährstoffdepot für Tulpe, Narzisse und Co.“, erläutert Fred Fuchs. „Und je mehr Nährstoffe sie mit auf den Weg bekommen, desto kräftiger der Austrieb.“ Gestaltungsprofis wie Fuchs können mit den vielseitigen Frühstartern wahre Kunstwerke in ansonsten noch winterlich karge Gärten malen. Zwischen 60 und 120 Zwiebeln versenkt er je nach Blütengröße pro Quadratmeter in der Erde, um das gewünschte üppige Bild zu erhalten, und lässt sich dabei gern vom Zufall die Hand führen: „Zwiebeln bloß nicht in Reih und Glied setzen“, warnt der Edengärtner. „Das sieht steif und unnatürlich aus. Besser die Zwiebeln willkürlich über die Fläche verteilen, bei mehreren Farben vorher gut durchmischen und einfach dort vergraben, wohin der Zufall sie verschlagen hat. So ergibt sich ein wunderbar natürliches Pflanzbild.“

 

Wer es also im Frühjahr kaum abwarten kann, dass sich vor der Terrassentür endlich wieder Leben und Farbe einstellen, ist rundum gut beraten, dafür im Herbst schon einmal aktiv zu werden. Gartenpause ist noch lange genug.