Bambus pflegen
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Bambus pflegen

Rhizomsperre, Wasser, Dünger und Schnitt

Zusammengestellt von unseren Meistern · Stand: Juli 2026

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Bambus gehört zur Familie der Süßgräser und ist nicht nur robust, sondern auch recht anspruchslos – Schädlinge und Krankheiten sind bei uns so gut wie nicht bekannt. Neben horstartig wachsendem Bambus wie Schirmbambus (Fargesia) gibt es eine ganze Reihe Ausläufer bildender Arten wie Flach-Rohrbambus (Phyllostachys) und Zwergbambus (Sasa) – und genau da entscheidet sich, wie viel Pflege nötig ist.

Rhizomsperre: die wichtigste Vorsorge

Damit sich ausläuferbildende Bambusarten nicht ungehindert im Garten ausbreiten und mitunter große Schäden anrichten, brauchen sie eine Wuchsbegrenzung. Die aus stabiler Folie hergestellte Rhizomsperre (Wurzelsperre) wird bei der Pflanzung etwa 70 cm tief in den Boden eingegraben, fünf Zentimeter bleiben als Rand über der Erde stehen. So werden unterirdische wie nach oben wachsende Rhizome zurückgehalten.

Kontrollieren Sie die Rhizomsperre trotz dieser Schutzvorrichtung regelmäßig auf „Ausreißer“ und schneiden Sie diese gegebenenfalls zurück. In der Sperre sitzende Pflanzen zudem regelmäßig ausdünnen, um die Pflanzenmasse zu reduzieren und einer Sprengung der Sperre vorzubeugen.

Bewässerung

Alle Bambussorten sind windempfindlich und vertragen keine längeren Trockenphasen – Staunässe allerdings auch nicht. Rollen sich im Sommer die Blätter auf, braucht die Pflanze dringend Wasser. Auch im Winter sollten Sie an frostfreien Tagen gießen, um Frosttrocknis an den immergrünen Pflanzen zu vermeiden. Bambus in Rhizomsperren ist auf regelmäßige Wassergaben angewiesen.

Düngung

Bambus hat als vitaler Wachser einen hohen Nährstoffbedarf. Sobald im Frühjahr die neuen Triebe sichtbar werden, braucht das Gras eine stickstoffbetonte Düngung – zwischen März und Juni bis zu dreimal. Im August wird letztmalig gedüngt, damit der Bambus genügend Nährstoffe einlagern kann; spätere Düngegaben senken die Frosthärte.

Bambus zehrt viel vom Spurenelement Silizium – achten Sie bei der Düngerauswahl auf entsprechende Angaben. Silizium steckt übrigens auch in den herabfallenden Blättern, die man deshalb ruhig liegen lassen kann. Besonders Bambus in Rhizomsperren ist auf regelmäßige Nährstoffzufuhr angewiesen.

Schnitt

Bodendeckender Bambus wie Buschbambus (Pleioblastus) oder Zwergbambus sollte jährlich im Frühjahr vor dem Austrieb stark zurückgeschnitten werden, da er nach dem Winter oft unansehnlich wird. Bambus kann auch in der Höhe eingekürzt werden – er wird dadurch buschiger, verändert aber sein typisches Erscheinungsbild und lässt sich so zu einer grünen Heckenwand ziehen.

„Bambustypischer“ ist das Herausschneiden zu hoher Halme: Einzelne Halme aufrecht wachsender Arten wie Flachrohr- oder Schirmbambus werden in ausgewachsenen Beständen maximal 8 Jahre alt. Sie sollten regelmäßig zwischen November und April bodennah abgeschnitten werden – das fördert den Austrieb neuer, dicker Halme und bringt Licht für die Unterbepflanzung.

Bambus als Hecke

Bambus als Heckenpflanze wird immer beliebter, denn kaum eine Pflanze verdeckt unerwünschte Ausblicke so schnell und wirksam. Der Schirmbambus eignet sich wegen seiner kompakten Wuchsform und guten Schnittverträglichkeit besonders gut – und er bildet keine Ausläufer, weshalb auf eine Rhizomsperre verzichtet werden kann.

Bambus – Beispiel aus unseren Gärten
Bambus – Beispiel aus unseren Gärten

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Häufige Fragen

Antworten rund um Bambus

Braucht jeder Bambus eine Rhizomsperre?
Nein. Ausläuferbildende Arten wie Flach-Rohrbambus (Phyllostachys) oder Zwergbambus (Sasa) brauchen zwingend eine Sperre. Horstig wachsender Schirmbambus (Fargesia) bildet keine Ausläufer und kommt ohne aus.
Wie tief muss eine Rhizomsperre eingebaut werden?
Die Sperre aus stabiler Folie wird etwa 70 cm tief eingegraben; fünf Zentimeter bleiben als Rand über der Erde stehen. Trotzdem regelmäßig auf „Ausreißer“ kontrollieren.
Warum rollen sich die Bambusblätter ein?
Eingerollte Blätter im Sommer sind ein deutliches Zeichen für Wassermangel – die Pflanze braucht dann dringend eine Wassergabe. Bambus verträgt weder längere Trockenphasen noch Staunässe.
Wann und wie oft düngt man Bambus?
Ab Sichtbarwerden der neuen Triebe im Frühjahr stickstoffbetont düngen, zwischen März und Juni bis zu dreimal, letztmalig im August. Spätere Gaben senken die Frosthärte. Auf Silizium im Dünger achten.
Muss man Bambus im Winter gießen?
Ja, an frostfreien Tagen – Bambus ist immergrün und würde sonst unter Frosttrocknis leiden. Das gilt besonders für Pflanzen in Rhizomsperren.
Braucht Bambus viel Wasser?
Ja, Bambus ist auf gleichmäßige Feuchtigkeit angewiesen: Längere Trockenphasen verträgt er nicht, Staunässe allerdings genauso wenig. Rollen sich im Sommer die Blätter ein, ist das ein deutliches Zeichen für Wassermangel. Besonders regelmäßig gegossen werden muss Bambus in einer Rhizomsperre, weil der Wurzelraum dort begrenzt ist. Auch im Winter braucht die immergrüne Pflanze an frostfreien Tagen Wasser, sonst leidet sie unter Frosttrocknis.
Wann schneidet man Bambus?
Zu hohe Halme aufrecht wachsender Arten wie Flachrohr- oder Schirmbambus werden zwischen November und April bodennah herausgeschnitten – das fördert den Austrieb neuer, dicker Halme und bringt Licht in die Unterbepflanzung. Einzelne Halme werden in ausgewachsenen Beständen ohnehin nur maximal acht Jahre alt. Bodendeckender Bambus wie Busch- oder Zwergbambus wird jährlich im Frühjahr vor dem Austrieb stark zurückgeschnitten. Ein Schnitt ist nicht zwingend nötig, hält den Bestand aber vital und ansehnlich.
Wie schnell wächst Bambus?
Schneller als jedes Gehölz – aber anders, als die meisten denken. Ein Bambushalm wächst nur ein einziges Mal: Er schiebt sich in einer Vegetationsperiode auf seine endgültige Höhe und Dicke und wächst danach nie wieder – Bambus hat kein Dickenwachstum wie ein Baum. Wann dieser Austrieb beginnt, hängt bei uns stark von der Höhenlage ab: Im Münchner Süden und Richtung Chiemsee geht es früher los als am Spitzing und in den höheren Lagen des Oberlands. Die Zahl, mit der man planen kann, ist der Zuwachs pro Jahr: Beim horstig wachsenden Schirmbambus (Fargesia) rechnen wir mit etwa 40 bis 60 cm im Jahr – bei uns am Alpenrand eher am unteren Ende, weil die Vegetationszeit kürzer ist. Die spektakulären Tageswerte, die man im Netz findet – rund 2,5 bis 3,5 cm für Fargesia, 15 bis 25 cm für ausläuferbildenden Flach-Rohrbambus (Phyllostachys) – sind Richtwerte aus der Fachliteratur und keine Messwerte aus unseren Anlagen. Sie beschreiben ohnehin nur die wenigen Wochen des Austriebs, nicht das Jahr. Und die Rekordmeldungen von einem Meter am Tag stammen von tropischen Riesenbambussen und haben mit einem bayerischen Garten nichts zu tun. Wichtig dabei: Die wirklich schnellwüchsigen Arten sind meist genau die, die eine Rhizomsperre und Erfahrung brauchen. Phyllostachys treibt Ausläufer und steht ohne fachgerecht eingebaute Sperre früher oder später im Nachbargarten – das wieder herauszubekommen, ist teuer. Wer schnelles Wachstum will, sollte die Art deshalb nicht allein nach der Wuchsleistung aussuchen.
Wie hoch wird Bambus – und wie lange dauert das?
Das hängt von der Art ab. Zwerg- und Bodendeckerbambus (Pleioblastus, Sasa) bleibt bei etwa 0,3 bis 1,5 m, Schirmbambus (Fargesia) erreicht 1 bis 5 m, und ausläuferbildender Flach-Rohrbambus (Phyllostachys) kann 6 bis 12 m hoch werden – letzterer aber nur mit Rhizomsperre, sonst breitet er sich unkontrolliert aus. Am Alpenrand liegen wir wegen der kurzen Vegetationszeit eher am unteren Ende dieser Spannen. Wie lange es bis dahin dauert, lässt sich nicht pauschal sagen – das hängt an zwei Dingen: an der Sorte und an der Einkaufsgröße. Wer kleine Pflanzware setzt, wartet Jahre; wer größere Ware pflanzt, hat den Sichtschutz entsprechend früher. Wenn Sie es wünschen, planen wir das von vornherein mit: Wir wählen die Sorte sortenspezifisch und auf Ihre Anforderung abgestimmt aus – nach gewünschter Höhe, nach dem Zeitpunkt, ab dem die Hecke dicht sein soll, und nach dem Standort. Grundsätzlich fällt jeder Jahrgang neuer Halme etwas höher und dicker aus als der vorige, bis der Standort die Grenze setzt. Genau deshalb lohnt sich der regelmäßige Schnitt: Weil ein alter Halm nie mehr dicker wird, bringt erst das Herausnehmen zu hoher und alter Halme die Pflanze dazu, kräftige neue zu schieben.
Gibt es eine Alternative zu Bambus als Sichtschutz?
Ja, und oft ist sie die bessere Wahl: hohe Gräser. Das Riesen-Chinaschilf (Miscanthus × giganteus) wird je nach Standort rund drei Meter hoch, wächst horstig und bildet keine Ausläufer – es braucht also keine Rhizomsperre und kann nicht in den Nachbargarten wandern. Damit entfällt genau das Risiko, das ausläuferbildenden Bambus aufwendig macht. Der Unterschied, auf den es ankommt: Chinaschilf ist sommergrün. Es wird im Frühjahr bodennah zurückgeschnitten und steht dann erst wieder auf – als Sichtschutz für die Gartensaison ideal, als ganzjähriger Schirm ungeeignet. Bambus ist immergrün und deckt auch im Winter. Wer also im Winter auf die Terrasse schaut, nimmt Bambus; wer den Sitzplatz im Sommer abschirmen will, fährt mit Gräsern meist einfacher und günstiger. Mehr zur Pflege steht in unserer Anleitung Gräser – dort auch der Hinweis, dass die Blätter von Chinaschilf scharfkantig sind und beim Schnitt Handschuhe gehören.

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