Staudenpflanzung – naturnah & wassersparend
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Staudenpflanzung – naturnah & wassersparend

Naturnahe Staudengärten, die Insekten nähren und im Sommer ohne künstliche Bewässerung auskommen – standortgerecht geplant und auf magerem Sand gepflanzt.

Staudenpflanzung

Naturnahe Staudengärten, die ohne Gießen auskommen

Ein Staudengarten, der mit den Jahreszeiten atmet, Insekten nährt und im Hochsommer ohne künstliche Bewässerung auskommt: In unserem eigenen Staudengarten zeigen wir, wie das geht – standortgerecht geplant, auf magerem Sand gepflanzt und mit einer guten Portion Gelassenheit gepflegt.

Markus Forberger, Staudenexperte bei Fuchs baut Gärten
Unser Staudenexperte

Mit der Natur, nicht gegen sie

„Ich trete einen Schritt zurück – und lasse die Natur einen Schritt auf mich zukommen.“

Nach diesem Grundsatz plant Markus Forberger (Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsarchitektur) unsere Staudengärten: bewusst gestaltete Kulturflächen, gepflegt mit einer gewissen Lässigkeit – ein ehrlicher Garten, der sich entwickeln darf und weniger Pflege braucht.

Der Boden entscheidet: Pflanzen auf magerem Sand

Statt fettem Mutterboden pflanzen wir in rund 20 cm mageren Natursand auf gut gelockertem, durchlässigem Untergrund. Das bringt vier Vorteile auf einmal: keine Staunässe (die Wurzelhälse faulen nicht), deutlich weniger Unkraut (magerer Boden bremst wuchernde Kräuter aus), kaum Schnecken – und der Boden bleibt dauerhaft locker.

Naturnahes Staudenbeet auf magerem Sand mit Gräsern und Findling
Zukunftssicher

Ein Garten, der ohne Gießen auskommt

Nur in der Anwachsphase wird gewässert. Danach werden die Stauden darauf trainiert, ihr Wasser in der Tiefe zu suchen – erst durchdringend wässern, dann abtrocknen lassen. So bilden sie tiefe Wurzeln und trotzen selbst heißen, trockenen Sommern. Angesichts zunehmender Bewässerungsverbote ist das die zeitgemäße Antwort: Mäßigung statt Maßlosigkeit.

Staudengarten mit Gartenkunst, Königskerzen und Gräsern

Ein Fest für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge

Jede Pflanze ist nach ihrem Wert für Insekten ausgewählt – oft sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Blüten, die am meisten Nektar und Pollen liefern. So wird der Garten zum Lebensraum für Honig- und Wildbienen sowie für Falter wie Distelfalter und Schwalbenschwanz. Auch die Beleuchtung planen wir insektenfreundlich, um Lichtverschmutzung zu vermeiden.

Honigbienen an Mannstreu (Eryngium) im Staudengarten
Standortgerecht geplant

Nach Lebensbereichen komponiert

Wir kombinieren Pflanzen nach ihrem natürlichen Standort – aus der nordamerikanischen Prärie, aus Südeuropa, etwas aus Asien und heimische Arten. Aufgebaut in Schichten: Leitstauden für Struktur, Begleitstauden für die Fläche, Bodendecker für die untere Etage.

Bienenweiden & Kräuter

Ysop (Hyssopus officinalis), Bergbohnenkraut (Satureja montana), Oregano „Rosenkuppel“ (Origanum laevigatum), Steinquendel/Bergminze (Calamintha nepeta), Katzenminze „Walker’s Low“ (Nepeta), quirlblättriger & Steppen-Salbei (Salvia verticillata / nemorosa), Duftnessel (Agastache), Thymian (Thymus).

Struktur & Solitäre

Königskerzen (Verbascum), Großer Schuppenkopf (Cephalaria gigantea), Kugeldistel (Echinops ritro), Mannstreu (Eryngium giganteum), Brandkraut (Phlomis russeliana), Meisterwurz/Riesenhaarstrang (Peucedanum), Prachtscharte (Liatris spicata), Fackellilie (Kniphofia).

Farbe & Fülle

Sonnenhut in Sorten (Echinacea), Kokardenblume (Gaillardia), Seidenpflanze (Asclepias tuberosa), Spornblume (Centranthus ruber), Kugellauch (Allium sphaerocephalon), Montbretie (Crocosmia „Lucifer“), Färber- & Römische Kamille, Witwenblume (Knautia macedonica), Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia).

Spätblüher für den Herbst

Wild- & Schönastern (Aster ageratoides „Adustus Nanus“, Aster ericoides „Snowflurry“, Kalimeris mongolica „Antonia“) und Lanzenverbene (Verbena hastata) – blühen bis zum Frost und sind späte Nahrung für Insekten.

Dahlien und Astern blühen im November am Kalkstein-Hochbeet
November, und es blüht noch. Foto: Thorsten Scherz.

Gräser & Bodendecker

Blaustrahlhafer (Helictotrichon), Riesen-Federgras (Stipa gigantea), Alpenraugras (Achnatherum „Allgäu“), Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis), Eselsohr (Stachys byzantina), Balkan-Storchschnabel (Geranium renardii), Waldanemone (Anemone sylvestris), Heuchera für Halbschatten.

Pflege

Entspannt statt aufwendig

  • Im Frühjahr die über Winter zusammengebundenen Gräser herunterschneiden und umgefallene Triebe entfernen – das war im Wesentlichen schon alles.
  • Gräser binden statt schneiden: In hohle Stängel liefe sonst Wasser bis zum Wurzelhals und würde faulen.
  • Nicht düngen – Dünger holt genau das Unkraut heran, das man nicht will.
  • Wildkräuter gezielt und mit möglichst viel Wurzel ausgraben – auf Sand geht das leicht.
Weißer Kohlweißling auf Katzenminze im naturnahen Staudengarten

Ein Garten ganz ohne Rasen – auf 65 Quadratmetern

Vorher war es ein Vorgarten ohne Pflanzen: klein, zur Straße hin offen, links und rechts parkende Autos. Heute ist es ein Wohnzimmer im Grünen – und zwar auf gerade 65 m². Das Motto der Planung war schlicht „Stauden statt Rasen“.

Getragen wird der Garten von Stauden und Ziergräsern, mit einer Felsenbirne als Solitär und allen Blüten konsequent in Weiß und Blau – Astilbe, Kaukasusvergissmeinnicht, Rittersporn, Prachtkerze, Steppen-Salbei, Federgras, Phlox. Eine satte Eibenhecke schließt zur Straße ab, Holz-Sichtschutzwände nehmen die Autos aus dem Blick. Die Pflanzen kamen von der Baumschule Lorenz von Ehren, der Sichtschutz von Zaun Riesch aus Bad Tölz.

Ein Detail, das uns gefällt: Die Natursteinplatten aus Quarzit lagen noch aus einem früheren Bauabschnitt auf Lager – wir haben sie wiederverwendet und die Fugen mit Kiesel ausgepflastert. Dazu eine Holzterrasse aus Kebony. Fertig war der Garten im Frühjahr 2022.

Geplant hat ihn unsere Kollegin Katharina Unterstaller, gebaut und gepflegt haben wir ihn. Abends übernimmt eine Beleuchtung von in-lite – so sind die Bilder unten entstanden. Der Garten stand auf der Longlist des Callwey-Wettbewerbs Gärten des Jahres 2024 und ist dort mit einem Bild im Buch vertreten. Standort Wolfratshausen, Fotos: Benjamin Klopp / frames for good.

Zum Ansehen

„Wir wollten Sehnsucht zeigen“

Wo heute unser Staudenbeet steht, war früher Rasenfläche neben dem Parkplatz – mit ein paar lustlosen Gehölzen und Pflanzkübeln, die vom Bau übrig waren. Im Mai 2025 haben wir es umgebaut. In diesem Video gehen Balbina Fuchs und unser Planer Markus Forberger durchs Beet und schauen, was daraus geworden ist – inklusive der Nachtkerze, die sich einfach quer über den Weg breitgemacht hat.

Wir wollten Sehnsucht zeigen – unser Staudenbeet in Lenggries

Video von unserem YouTube-Kanal. Es wird erst geladen, wenn Sie auf Play klicken – vorher werden keine Daten an YouTube übertragen.

Warum wir das zeigen: Eine kurzlebige Staude wie die Nachtkerze bleibt nicht, wo man sie gepflanzt hat – sie sät sich aus und wandert. Ein Staudenbeet ist deshalb kein fertiges Bild, sondern eine Pflanzung, die sich jedes Jahr neu sortiert. Genau das macht sie lebendig – und genau deshalb braucht sie jemanden, der sie versteht: unsere Gartenpflege.

Aus der Praxis

Wie so ein Beet tatsächlich entsteht

Ein Staudenbeet sieht auf Fotos leicht aus. In Wirklichkeit ist es ein Tag im Nassen, gebückt, mit kalten Fingern – im Spätherbst, weil Stauden dann anwachsen, ohne gegossen werden zu müssen. So läuft es ab.

Vorbereitetes Staudenbeet mit Pflanztöpfen, die noch an ihrem Platz stehen
1 · Erst stellen, dann pflanzen
Jede Pflanze wird zuerst in ihrem Topf an den vorgesehenen Platz gestellt – nach dem Pflanzplan, aber mit dem Auge korrigiert. Was hier noch verschoben wird, kostet später Jahre.
Zwei Landschaftsgärtner pflanzen ein neues Staudenbeet, Töpfe stehen bereit
2 · Der Boden zuerst
Vor der ersten Pflanze wird der Boden gelockert und, wenn nötig, abgemagert. Auf zu fettem Boden werden Stauden weich, kippen um und werden von Beikraut überwachsen.
Hände in grünen Arbeitshandschuhen setzen eine Staude in die Erde
3 · Auf die richtige Tiefe
Jede Staude kommt genau so tief in die Erde, wie sie im Topf stand – tiefer fault der Wurzelhals, höher trocknet er aus. Bei ein paar hundert Pflanzen pro Beet ist das ein paar hundert Mal die gleiche Handbewegung.
Landschaftsgärtner pflanzt kniend am Rand einer Natursteinplatte
4 · Die Ränder entscheiden
Am Übergang zu Weg und Naturstein wird es fummelig. Genau dort sieht man später aber, ob eine Pflanzung sorgfältig gemacht wurde.
Substrat aus dem eigenen Erdenwerk wird in eine Schubkarre geschaufelt
5 · Substrat aus dem eigenen Werk
Das Pflanzsubstrat mischen wir im eigenen Erdenwerk – trocken gelagert und auf den Standort abgestimmt, statt Sackware vom Baumarkt.

Auf den Bildern arbeiten Sebastian Lechner, Michael Fischhaber und einer unserer Auszubildenden. Fotos: Benjamin Klopp / frames for good.

Impressionen

Weitere Eindrücke: Staudenpflanzung

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Häufige Fragen

Antworten rund um Staudenpflanzung

Muss ich einen Staudengarten gießen?
In der Anwachsphase ja. Danach kommt eine standortgerecht auf Sand gepflanzte Staudenfläche ohne künstliche Bewässerung aus – die Wurzeln holen sich das Wasser aus der Tiefe.
Warum pflanzt ihr auf Sand statt auf Mutterboden?
Magerer Natursand verhindert Staunässe, bremst Unkraut, hält Schnecken fern und bleibt dauerhaft locker – ideal für langlebige, pflegeleichte Staudenbeete.
Wie viel Pflege braucht so ein Beet?
Sehr wenig: ein Rückschnitt im Frühjahr und gelegentliches Jäten – kein Düngen, kein tägliches Gießen.
Ist ein Naturstaudengarten nicht unordentlich?
Es ist eine bewusst gestaltete Kulturfläche mit Struktur und Höhenspiel, nur mit mehr Lässigkeit gepflegt. Die Vielfalt trägt kleine Unregelmäßigkeiten mit.
Kommen da nicht viele Schnecken?
Nein – auf Sand und feinem Kies kommen Schnecken kaum durch; Schneckenkorn oder Kupferband erübrigen sich meist.
Blüht das ganze Jahr etwas?
Ja – durch die Kombination früh, mittel und spät blühender Arten, bis die Astern im Herbst das Zepter übernehmen.
Eignet sich das auch für meinen Garten?
Wir planen standortgerecht – Wind, Hitze und magere Böden sind meist kein Problem. Wir schauen uns Ihren Standort an und wählen die passenden Lebensbereiche.

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