
Steine, die sich gegenseitig halten
Eine Mauer gliedert den Garten, hält den Hang und speichert Wärme – und wenn sie ohne Mörtel gesetzt ist, wohnt auch noch etwas darin. Auf dieser Seite steht, wie das funktioniert, wann es eine Stützmauer braucht und woran man eine gut gebaute Trockenmauer erkennt.
Steine, die sich gegenseitig halten
Eine Trockenmauer kommt ohne Mörtel aus. Sie steht, weil jeder Stein so liegt, dass er die Last weitergibt – gesetzt von Hand, Schicht für Schicht, mit Hintermauerung und Hinterfüllung, die das Wasser abführt. Genau deshalb hält sie Jahrzehnte und übersteht Frost: Wo kein Mörtel ist, kann nichts reißen.
Dass das ein Handwerk und keine Bauleistung ist, sagt nicht nur unsere Branche: Die Kunst des Trockenmauerbaus ist seit 2018 immaterielles UNESCO-Kulturerbe. Am Schliersee haben wir einen ganzen Hang mit handgeschichtetem Kalkstein terrassiert – zu sehen unter Badefass und Bergblick.

Eine Mauer, in der etwas wohnt
Das ist das Argument, das am seltensten fällt und am meisten zählt: In den Fugen einer Trockenmauer leben Eidechsen, Wildbienen, Laufkäfer und Kröten. Die Steine speichern Wärme, die Spalten geben Deckung, und weil nichts vermörtelt ist, gibt es Wege hinein. Naturschutzverbände führen Trockenmauern als Vernetzungselemente in der Landschaft – eine Mauer im Garten kann also mehr sein als eine Grenze.
Wir bauen sie deshalb bewusst so, dass sie bewohnbar bleibt: offene Fugen statt Verguss, Pflanzfugen für Mauerpfeffer, Nelken und Farne, und am Fuß eine Schotterzone, die trocken bleibt. Mehr dazu: Umwelt und Artenvielfalt.

Stützmauer oder Trockenmauer – was wann
Der Unterschied entscheidet sich am Hang, nicht am Geschmack. Eine Trockenmauer fasst Beete, treppt Gelände ab und hält Erde, solange die Lasten überschaubar sind. Sobald darüber gefahren wird, ein Gebäude näher steht oder der Hang drückt, braucht es eine Stützmauer mit Fundament, Bewehrung und Entwässerung hinter der Wand. Wer das verwechselt, merkt es nach dem zweiten Winter.
Bei den Steinen arbeiten wir mit dem, was hierher gehört: Kalkstein für Mauern und Trittstufen, Limes-Dolomit für große Hangmauern, Granit für Sockel und Randsteine – auch gebraucht. Mehr zur Ausführung: Umsetzung.

Mauern, die noch etwas anderes sind
Die besten Mauern in unseren Gärten sind nicht nur Mauern. In Thanning liegt eine Sitzbank aus einer einzigen Steinplatte in der Trockenmauer – kein Möbel, das im Winter weggeräumt wird, und im Sommer wächst sie zu. In Penzberg ist ein Sandkasten in die Mauer integriert, der sich zurückbauen lässt, wenn die Kinder ihn nicht mehr brauchen – ohne dass eine Lücke bleibt.
Und eine Mauer, die nach Süden steht, verschiebt das Klima davor spürbar: Sie speichert Wärme und gibt sie nachts ab. Davon profitieren Pflanzen, die hier eigentlich zu empfindlich wären – ein Grund, warum Feige und Rosmarin an der richtigen Mauer durchkommen.

Einfriedung, die zum Haus passt
Ein Zaun ist die erste Kante, die man von einem Grundstück sieht – und die billigste Möglichkeit, einen guten Garten zu verderben. Wir bauen mit heimischem Holz aus der eigenen Schreinerei, mit Kastanienrollzäunen samt Pfosten aus Kastanienholz, wie in Penzberg um den Gemüsegarten, und mit Metall, wo es hingehört: Die Toranlage und die Eingangstür am Zehenthof in Kirchheim hat ein heimischer Schlosser geschmiedet. Bei einem Hof, der seit Generationen im Dorf steht, ist das keine Nebensache.
Mehr Holzarbeiten: eigene Schreinerei.

Mauer trifft Hecke
Am wirkungsvollsten ist beides zusammen: unten die Mauer, die den Hang hält und Wärme gibt, darüber die Hecke, die den Blick nimmt. Die Mauer bringt die Struktur und den Winter, die Hecke die Höhe und das Grün – und zusammen brauchen sie weniger Platz als jede Lösung allein. Welche Hecke wofür, steht unter Sichtschutz und Hecken.


Natursteinmauern im Saunahof des Alpenhof Murnau
Wie viel eine Natursteinmauer leisten kann, zeigt der Saunahof des Alpenhof Murnau am Murnauer Moos. Aus einem Hang sind dort mehrere Ebenen geworden: Trockenmauern fassen die Beete, Blockhäuser stehen auf Natursteinsockeln, dazwischen liegen Polygonalplatten aus Quarzit Hellas im Großformat und Granitgroßstein. In den Pflanzfugen wachsen Stauden, die die Mauer mit der Zeit weicher machen.
Der Hof wird von Hotelgästen barfuß begangen – die Ausführung muss also nicht nur schön, sondern trittsicher und dauerhaft sein. Geplant hat den Außenbereich unser langjähriger Kollege Jan Vandebotermet; gebaut und gepflegt haben wir den Hof. Die Bilder unten zeigen ihn.
Was wir in Stein bauen
„Natursteinarbeiten“ kann alles heißen. Hier steht, was wir konkret bauen – mit den Techniken, an denen man das Handwerk erkennt.
- Trockenmauern – Schichtmauerwerk aus Kalkstein und Muschelkalk, mit dem Bagger versetzt oder von Hand gezwickt.
- Massive Natursteinmauern – Bruchstein mit Hinterbeton, Verblendmauerwerk mit Knirschfuge.
- Stufen und Treppen – Granitblockstufen, Granit-Antikstufen, Bruchsteinstufen, Stellstufen mit Kleinstein.
- Beläge – Polygonalplatten auf wasserdurchlässigem Dränbeton (frostsicher, kein stehendes Wasser), Granit-Kleinpflaster in Reihen und Bögen, Bahnenware, Krustenplatten, Travertin-Formatplatten, Trittplatten aus Findlingen.
- Findlinge und Wasserbausteine – als Solitäre, für Wasserfall-Kaskaden und Ufergestaltung.
- Pool- und Teichumrandungen – Muschelkalk-Umrandungen, Überlaufrinnen aus Granit, Einfassungen.
- Einfassungen und Kanten – Granit-Kleinstein, Stahlband oder Cortenstahl als Kontrast.
Wir arbeiten mit Stein, der in die Landschaft gehört: Kalkstein, Muschelkalk, Isar-Findlinge, Granit, Stainzer Gneis, Porphyr, Quarzit und Travertin. Pflaster in Bögen, Mauern von Hand gezwickt – das ist Arbeit, die man nach zwanzig Jahren noch sieht.
Pflaster in Bögen – unsere Handschrift
Granit-Kleinpflaster in Bögen oder konzentrischen Kreisen zu verlegen ist reine Handarbeit: Jeder Stein wird einzeln gesetzt, die Radien laufen ohne Schnittkanten. Das kostet Zeit – und genau deshalb sieht eine solche Fläche nach Jahrzehnten aus, als hätte es sie immer schon gegeben. Diese Zufahrt auf einem Seegrundstück in Oberbayern haben wir 2008 verlegt; die Aufnahmen zeigen sie vier Jahre später, eingewachsen und mit Patina.


Fotos: Miquel Tres. Bogenpflaster in gebauten Gärten: Hausgarten Krailling · Villa Pemsel.
Fünfzehn Jahre Naturstein – fünf Gärten
Naturstein beweist sich nicht bei der Abnahme, sondern nach Jahren. Diese fünf Anlagen zeigen unser Mauerwerk von 2011 bis heute – die ältesten stehen seit anderthalb Jahrzehnten.

Ein Garten wie ein kleiner Park
Penzberg · –
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Die pure Schönheit der gestalteten Natur
Bad Wiessee · 8.000 m² Wiese, 3.000 m² Gehölzsaum, 800 m² Innenhof (gebaut 2012/13)
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Edelstahlpool trifft Natur
Bad Wiessee · 2.000 m² (Neuanlage 2014)
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Saunahof am Moos – Alpenhof Murnau
Murnau am Staffelsee · –
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Ein Sitzkreis fürs Lagerfeuer
Königsdorf · –
Projekt ansehenWeitere Eindrücke: Mauern & Zäune
















