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Eine extensive Dachbegrünung wertet das Gebäude optisch auf, verlängert die Lebensdauer der Dachabdichtung und hält je nach Region etwa 40–80 % des Jahresniederschlags zurück. Damit das Gründach dauerhaft funktioniert, braucht es regelmäßige Wartung und – nach der Anwuchsphase – ein bis zwei Pflegegänge im Jahr. Dieses Thema behandelt die extensive Begrünung; intensive Dachbegrünungen stellen höhere Ansprüche an Wasser, Nährstoffe und Pflege.
Wartung: Abläufe und Kiesstreifen freihalten
Dachabläufe, Rinnen und Kontrollschächte müssen frei von Bewuchs bleiben, damit Überschusswasser ungehindert ablaufen kann. Mindestens einmal im Jahr auf Funktionsfähigkeit prüfen und von Verunreinigungen und Ablagerungen reinigen. Auch die Kiesstreifen sind freizuhalten: Sie schützen die Anschlüsse der Dachabdichtung an Lichtkuppeln, Dachrandprofilen und Kiesfangleisten vor Wurzelwerk und dienen als Sicherheitsstreifen für den vorbeugenden Brandschutz – deshalb dort auch vertrocknete Pflanzenteile entfernen. Unterbleibt diese Wartung, können Schäden am Bauwerk entstehen.
Fremdbewuchs kontrollieren
Die Fläche ist von unerwünschtem Aufwuchs freizuhalten. Besonders wichtig: mindestens einmal jährlich auf Gehölzsämlinge wie Birke und Weide prüfen und diese entfernen – ihre kräftigen Wurzeln können die Dachabdichtung beschädigen. Auch aggressiv wachsende Kräuter und Gräser wie Melde, Quecke, Klee oder Wicke können die vorhandene Vegetation verdrängen und sollten gejätet werden; am effektivsten nach längeren Trockenperioden oder vor der Samenbildung. Unrat und Laub absammeln. Da ein Extensivdach eine naturnahe Begrünung ist, ist eine gewisse Besiedelung mit Klee- und Wickenarten aber akzeptabel – im blütenarmen Hochsommer sind sie wichtige Nahrung für Bienen und Hummeln.
Wässern und Düngen
In den ersten Wochen nach Aussaat oder Pflanzung muss der Schichtaufbau ausreichend feucht bleiben. Sobald die Vegetation eingewurzelt ist, wird die Bewässerung reduziert – die Pflanzen einer Extensivbegrünung kommen mit Trockenheit und Hitze zurecht. Gießen ist nur bei extrem langen Trockenphasen (rund vier Wochen), bei dünnschichtigen Aufbauten unter 7 cm und bei Steildächern unter 10 cm Aufbau mit Südausrichtung sinnvoll.
Eine Düngergabe ist abhängig von der Vegetationsentwicklung nach ein bis zwei Jahren sinnvoll. Anzeichen sind starker Moosbewuchs und auffällig rot gefärbte Sedum-Arten. Geeignet ist ein organisch-mineralischer Langzeitdünger (umhüllter NPK-Depotdünger, 5 g Stickstoff/m², Wirkungsdauer 8–9 Monate), gleichmäßig zwischen März und Anfang Juni ausgebracht. Auf schnell wirkende Dünger verzichten – sie werden im dünnen Aufbau leicht ausgewaschen. Nach einigen Jahren bietet sich wegen des nährstoffarmen Aufbaus eine Erhaltungsdüngung bzw. Aufkalkung an, um den Blühaspekt zu erhalten.
Rückschnitt und Nachpflanzung
Im Herbst die Stauden zurückschneiden und das Schnittgut entfernen, um die Fläche abzumagern und das Nährstoffangebot niedrig zu halten. Gräser und Kräuter möglichst vor der Samenreife (Ende Mai bis Anfang Juni) auf 7 cm Höhe zurückschneiden, da sie sich sonst stark aussamen. Beim Arbeiten mit dem Freischneider auf Abstand zu Substrataufbau und Dachabdichtung achten. Fallen einzelne Arten durch Konkurrenz, Frost oder lange Nässe- bzw. Trockenperioden aus, dominante Arten zurückdrängen und gezielt nachpflanzen oder nachsäen – geeignete Pflanzware besorgt der Landschaftsgärtner.
Vorsicht mit der Dachabdichtung
Das größte Schadensrisiko geht von der Dachabdichtung aus – eine Beschädigung kann immense Kosten verursachen. Deshalb: Vegetationstragschicht und Dränschicht bei der Pflege nicht durchmischen, keine spitzen Gegenstände (Wäscheständer, Zelthaken, Nägel) in die Begrünung rammen, auf spitze Gartengeräte verzichten, kein offenes Feuer auf Substrat oder Vegetation und große Punktlasten (z. B. umgeschichtetes Substrat oder Kies) vermeiden, da Extensivdächer je nach Statik nur geringe Lastreserven haben.
