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Eine bepflanzte Dachterrasse ist ein Garten unter verschärften Bedingungen: Das Substratvolumen ist begrenzt, Wind und Sonne wirken stärker als am Boden, und überschüssiges Wasser muss zuverlässig abgeführt werden. Wer diese Besonderheiten kennt, hat mit wenigen gezielten Pflegemaßnahmen dauerhaft Freude an seinem Dachgarten.
Bewässerung – die wichtigste Pflegeaufgabe
Pflanzgefäße und Pflanzbeete auf dem Dach trocknen deutlich schneller aus als Gartenboden, weil Wind und Sonneneinstrahlung die Verdunstung erhöhen und die Wurzeln nicht ins Erdreich ausweichen können. Im Sommer kann tägliches Gießen nötig sein; eine automatische Tropfbewässerung ist auf Dachterrassen deshalb fast immer die bessere Lösung. Gießen Sie durchdringend, bis Wasser am Ablauf des Gefäßes austritt, und prüfen Sie die Substratfeuchte mit dem Finger statt nur nach Augenschein – die Oberfläche trocknet oft schneller ab als der Wurzelraum. Staunässe ist ebenso schädlich wie Trockenheit: Abzugslöcher und Drainageschichten in den Gefäßen müssen funktionieren.
Abläufe und Notüberläufe freihalten
Auf dem Dach ist die Entwässerung sicherheitsrelevant: Verstopfte Abläufe können zu stehendem Wasser und im Extremfall zu Schäden an der Dachabdichtung führen. Kontrollieren Sie Dachabläufe, Kiesstreifen und Notüberläufe mehrmals im Jahr – besonders nach dem Laubfall und nach Starkregen – und entfernen Sie Laub, Substratreste und Wurzelfilz. Kontrollschächte über den Abläufen müssen zugänglich bleiben und dürfen nicht überpflanzt oder zugestellt werden.
Wind und Exposition
Wind trocknet nicht nur aus, er kann auch mechanisch schaden: Gefäße kippen, Gräser und Gehölze brechen, junge Triebe reißen aus. Schwere, standsichere Gefäße wählen, hohe Pflanzen bei Bedarf unauffällig sichern und windempfindliche Arten in geschützte Ecken stellen. Sonnensegel, Schirme und leichte Möbel bei Sturmwarnung sichern oder wegräumen. Bei der Pflanzenauswahl haben sich windverträgliche, trockenheitstolerante Arten bewährt – üppige Großblättrige leiden auf exponierten Dächern schnell.
Düngung und Substratpflege
Das begrenzte Substratvolumen erschöpft sich schneller als Gartenboden. Dauerbepflanzungen in Gefäßen und Hochbeeten im Frühjahr mit Langzeitdünger versorgen, Stauden und Gehölze in Intensivbegrünungen je nach Bestand nachdüngen. Sackt das Substrat über die Jahre ab, mit strukturstabilem Dachgartensubstrat auffüllen – normale Gartenerde verdichtet zu stark und wird zu schwer.
Winterschutz für Kübelpflanzen
Gefäße frieren von allen Seiten durch – die Wurzeln sind dort deutlich frostgefährdeter als im Boden. Winterharte Kübelpflanzen mit Vlies, Jute oder Kokosmatten am Topf schützen, Gefäße auf Füßchen stellen, damit Abzugswasser ablaufen kann, und an die Hauswand rücken. Auch im Winter an frostfreien Tagen gießen: Immergrüne verdunsten weiter und vertrocknen sonst („Frosttrocknis"). Nicht winterharte Arten rechtzeitig einräumen – hell und kühl überwintern.
