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Fertigrasen – meist Rollrasen genannt – ist die schnellste Art, eine geschlossene, sofort begehbare Rasenfläche zu bekommen. Belastbar wird die Fläche aber erst, wenn der Rasen vollständig angewachsen ist. Entscheidend dafür sind die ersten zwei bis drei Wochen nach dem Verlegen: Fehler beim Wässern oder Düngen können zu Wachstumsstörungen, Vermoosung oder im Extremfall zum Totalausfall führen.
Verlegung und Anwachsphase
Direkt nach dem Verlegen darf die Fläche betreten werden – zum Wässern und Mähen ist das sogar nötig. Voll belastet werden kann sie nach etwa drei Wochen, wenn der Rollrasen mit dem Untergrund fest verwurzelt ist. In der Anfangszeit können, vor allem bei warm-feuchter Witterung, vermehrt Hutpilze auftreten. Sie stammen aus dem natürlichen Besatz des Bodens, sind für den Rasen unschädlich und lassen sich bei störendem Erscheinungsbild einfach abmähen oder abrechen. Sobald die intensive Bewässerung endet und der Rasen zu wachsen beginnt, kommt die Pilzbildung meist völlig zum Stillstand.
Wässern in den ersten Wochen
Nach dem Verlegen muss der Rollrasen für zwei bis drei Wochen dauerhaft feucht gehalten werden – am besten mit einem Rasenregner, bevorzugt früh morgens oder in den Abendstunden, um Verdunstungsverluste zu vermeiden. Als Faustformel gelten etwa 10 bis 15 l/m² pro Tag; bei Niederschlägen und kühler Witterung entsprechend reduzieren. Der Boden soll durchfeuchtet, die Fläche aber noch begehbar sein. Einfache Kontrolle: Stehen in einem flach aufgestellten Behälter 10 bis 15 mm Wasser, ist ausreichend gewässert.
Die erste Mahd
Der erste Schnitt erfolgt, wenn die Halme 6 bis 8 cm hoch sind – zurückgeschnitten wird auf 4 bis 5 cm. Durch regelmäßigen, in der Vegetationszeit mindestens wöchentlichen Schnitt bleibt das dichte Erscheinungsbild der Grasnarbe erhalten. Bis zum vierten Mähgang kann die Schnitthöhe schrittweise auf etwa 4 cm abgesenkt werden, im Schatten nicht unter 5 cm. Je Mähgang nicht mehr als ein Drittel bis maximal die Hälfte des Halms entfernen und nur mit gut geschliffenen, scharfen Messern arbeiten – stumpfe Messer hinterlassen ausgefranste Wundränder für Krankheitserreger. Schnittgut anschließend abrechen.
Dauerpflege nach dem Anwachsen
Ist der Rasen nach etwa drei Wochen fest verwurzelt, wird nicht mehr täglich gegossen, sondern seltener und durchdringend: ein- bis zweimal pro Woche mit etwa 15 bis 20 l/m² reicht in der Regel aus. Den richtigen Zeitpunkt zeigt der Welkebeginn an – bleibende Fußabdrücke im Rasen oder kleinflächige blau-graue Verfärbungen der Gräser. Gedüngt wird von März bis in den Herbst in 2 bis 3 Gaben mit insgesamt 12 bis 15 g Stickstoff/m² und Jahr: Kurzzeitdünger Ende März/Anfang April (zur Forsythienblüte), Langzeit-Volldünger Ende Juni/Anfang Juli, im Herbst ein kaliumbetonter Dünger, der die Winterhärte der Gräser erhöht. Dünger in zwei Arbeitsschritten kreuzweise ausbringen und danach gründlich wässern. Gegen Rasenfilz wird im Frühjahr vertikutiert (Messer maximal 3 mm in den Boden), anschließend besandet; bei tieferen Verdichtungen hilft Aerifizieren. Laub und Fallobst regelmäßig entfernen, sonst kann der Rasen ersticken; Moos deutet auf zu tiefes Mähen, Nährstoffmangel, Staunässe oder Schattenlage hin.
Häufige Fehler
- Täglich, aber nur oberflächlich gießen (nach dem Anwachsen): Die Wurzeln bleiben in den oberen Zentimetern, die Fläche verfilzt und wird trockenheitsempfindlich.
- Zu viel Wasser: Dauernässe führt zu Fäulnis an Blättern und Wurzeln – die Fläche muss begehbar bleiben.
- Zu tief mähen: Bei Halmlängen unter 2 bis 3 cm werden einige Gräser dauerhaft geschädigt.
- Ungleichmäßig düngen: Das Ergebnis sind ungleichmäßiges Wachstum und fleckige Färbung – deshalb kreuzweise ausbringen und danach wässern.
- Laub und Schnittgut liegen lassen: Der Rasen kann darunter ersticken, die Narbe verfilzt schneller.
