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Formgehölze sind vielseitig einsetzbar: als wirkungsvoller Solitär, als Sichtschutz oder als Raumteiler im Garten. Damit sie in Form bleiben, ist eine lückenlose Pflege wichtig – dann gewinnen die Gehölze mit den Jahren an Schönheit und Wert.
Was Formgehölze sind
Als Formschnittgehölze werden alle Pflanzen bezeichnet, die sich durch regelmäßigen Schnitt in eine künstliche Form bringen lassen – geometrische Formen ebenso wie Sonderformen wie Groß-Bonsai und natürlich Hecken. Allen ist gemeinsam: Die gewünschte Form bleibt nur erhalten, wenn exakt und zum richtigen Zeitpunkt geschnitten wird. Geeignet sind immergrüne wie laubabwerfende, Nadel- wie Laubgehölze. Zu den Klassikern – schon im Barock verwendet – zählen Hainbuche (Carpinus betulus), Buchs (Buxus sempervirens) und Eibe (Taxus baccata). Grundsätzlich gilt: Je strenger die Form, desto häufiger der Schnitt. Zweimal jährlich geschnitten, bleiben Formgehölze dicht und makellos.
Die Pflanzenwahl richtet sich nach dem Verwendungszweck: Für niedrige Einfassungen und flächige Pflanzungen eignen sich schwachwachsende Buchssorten wie „Herrenhausen" oder „Blauer Heinz", der gewöhnliche Hecken-Buchs für größere Formen ab Kniehöhe. Für hohe Hecken, Laubengänge und Nischen werden vielfach Rotbuchen (Fagus sylvatica) verwendet – ihr braunes Laub haftet lange im Winter an und bietet so weiterhin Sichtschutz.
Der richtige Schnittzeitpunkt
Geschnitten wird während der kalten Jahreszeit und/oder im Frühsommer. Ein später Sommerschnitt ist besonders bei Immergrünen ungünstig: Der Schnitt regt neues Wachstum an – reifen diese Triebe vor dem Winter nicht mehr aus, kommt es zu Frostschäden und unattraktiven Verbräunungen.
Groß-Bonsai erfordern eine geübte Hand: Die individuelle Form muss durch den Schnitt nicht nur erhalten, sondern vollendet werden. Bei Koniferen wird der junge Austrieb ausgedünnt und eingekürzt, bevor die Nadeln ausgereift sind – so vermeidet man bürstig geschnittene, unnatürlich wirkende Nadeln, und die verbleibenden Nadeln entwickeln sich perfekt.
Sauber arbeiten: Hygiene und Werkzeug
Geschnitten wird niemals bei großer Hitze und starker Sonneneinstrahlung – das führt besonders bei großblättrigen Immergrünen wie Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) zu schneller Austrocknung an den Schnittflächen und damit zu Verbrennungen. Klingen und Messer müssen immer sehr scharf sein, um ein hässliches Ausreißen der Triebe zu vermeiden.
Düngung
Auch Formgehölze brauchen Dünger: Weil sie dicht wachsen, gelangt nur wenig Wasser in den Wurzelbereich. Düngen und anschließendes Wässern sind wichtig für ein sattes Grün des Laubes. Reine Stickstoffdünger sind ungeeignet, da sie das unerwünschte Längenwachstum der Neutriebe fördern.
Alternativen zum Buchs
Gute Alternativen sind die Heckenkirsche (Lonicera pileata), die Eibe (Taxus baccata) und der kleinblättrige Ilex crenata – alle drei immergrün und in jede erdenkliche Form zu bringen. Die Heckenkirsche wächst sehr schnell, ist aber in Extremwintern gefährdet. Eiben wachsen sehr langsam: Wer gleich größere Exemplare pflanzt, erkauft sich Zeit.
