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Hecken sorgen als Sicht- und Lärmschutz für Privatsphäre, gliedern Gartenräume oder rahmen als Beeteinfassung Staudenbeete ein. Wie dicht und gesund die Gehölze wachsen, entscheidet sich vor allem in den ersten Jahren nach der Pflanzung – und beim richtigen Schnitt.
Wann welche Hecke geschnitten wird
Sommergrüne bzw. laubabwerfende Hecken (z. B. Hainbuche, Liguster) werden hauptsächlich während der Vegetationsruhe geschnitten, am besten in der zweiten Winterhälfte von Mitte Januar bis Mitte März. So bilden die „schlafenden" Augen am verbleibenden Holz einen regelmäßigen, frühzeitigen und kräftigen Austrieb. Ein zweiter Schnitt Ende Juni – der Johanni-Schnitt – nutzt die kleine Wachstumspause der Gehölze: Die im Juli einsetzende zweite Wachstumsphase schließt die Schnittwunden harmonisch, und die Hecke sieht schnell wieder einheitlich aus. Zu dieser Gruppe zählt auch die Rotbuche (Fagus sylvatica), die ihr verfärbtes Laub den Winter über behält.
Immergrüne Hecken (z. B. Eibe, Bergilex, Zypresse) werden kurz vor dem ersten Austrieb geschnitten – ein Winterschnitt kann zu Frostsprengung führen. Unebenheiten lassen sich über den Sommer ausgleichen, jedoch nicht an sehr heißen Tagen: An frischen Schnittwunden droht Sonnenbrand.
Blütenhecken sollen locker wachsen und blühen, deshalb entfällt der regelmäßige Formschnitt. Stattdessen werden sie alle 3–5 Jahre durch Auslichten verjüngt, indem alte, vergreiste Triebe ganz entfernt werden.
Buchsbaum kann von Mai bis August geschnitten werden – je häufiger, desto dichter und geschlossener wird er. Auch hier keinen Schnitt an sehr heißen Sonnentagen durchführen und direkt vor dem Schnitt auf vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahmen achten.
Die richtige Schnittform
Für den Formheckenschnitt gibt es drei Grundformen im Querschnitt:
- Rechteckig (Kastenform): am häufigsten und einfach durchzuführen – Nachteil: In Bodennähe verkahlen Hecken wegen Lichtmangels oft, besonders bei lichthungrigen Pflanzen und hohen Hecken.
- Trapezförmig: entspricht der gärtnerischen Lehre, belichtet die unteren Blätter besser und verhindert das Verkahlen von unten.
- Oval bzw. eiförmig: erzielt denselben Effekt wie der Trapezschnitt; die Wahl richtet sich nach dem Stil des Gartens.
Eine gespannte Schnur oder ein Hilfsgerüst aus Holzlatten hilft, gerade Formen zu halten.
Regelmäßigkeit zahlt sich aus
Als Faustregel gilt: Je regelmäßiger die Pflege, desto gleichmäßiger der Wuchs. Eine aus der Form geratene Hecke zurückzuschneiden ist aufwendiger als regelmäßige Pflegeschnitte – bei manchen Arten sogar unmöglich. Neu gepflanzte Hecken schneidet man optimalerweise mehrmals im Jahr, um die Verzweigung anzuregen; der Haupttrieb bleibt dabei unbeschädigt, bis die Wunschhöhe erreicht ist. Alte, zu groß gewordene Hecken lassen sich durch radikalen Rückschnitt verjüngen und treiben aus den Gerüsttrieben wieder aus – das gilt jedoch nicht für Lebensbaum- und Scheinzypressenhecken, die nach kräftigem Rückschnitt nicht neu austreiben.
Das passende Werkzeug
Die Wahl der Heckenschere richtet sich nach Anzahl und Größe der Hecken: Eine Buchs-Einfassung lässt sich mit der Handschere schneiden, für lange oder hohe Hecken empfiehlt sich eine motorbetriebene Schere. Je länger das Scherblatt, desto leichter gelingen gerade Linien – bei entsprechend höherem Gewicht. Elektrische Modelle sind meist leichter als Benziner (auf das Kabel achten!), Benzin-Heckenscheren eignen sich für lange Hecken in großen Anlagen. Für sehr hohe Hecken gibt es Teleskop-Schneider, für den radikalen Rückschnitt zusätzlich eine Astschere. Grundsätzlich gilt: Gutes Werkzeug macht sich bezahlt.
