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Holz ist ein lebendiger, natürlicher Baustoff – angenehm im Gebrauch und mit einer bestechenden Ästhetik. Struktur, Eigenschaften und Aussehen verändern sich aber mit Witterung und Umweltbedingungen. Mit der richtigen Handhabung, Reinigung und Pflege haben Sie dauerhaft Freude an Terrasse, Zaun und anderen Holzelementen.
Vergrauung, Risse und Co. – was normal ist
Unbehandeltes Holz vergraut in der Regel. Dieser natürliche Prozess entsteht durch UV-Strahlung, die das Lignin in der Holzoberfläche abbaut. Viele schätzen diese Patina und verzichten bewusst auf eine Oberflächenbehandlung. Durch wechselnde Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zeigt Holz mit der Zeit außerdem leichte Risse und geringe Formveränderungen – typische Reaktionen, die die Qualität der Konstruktion nicht beeinträchtigen. Je nach Holzart und Standort ist eine Besiedlung durch Pilze und Insekten möglich; dagegen schützen resistente Holzarten oder Holzschutzmittel.
Abstand schaffen – der beste konstruktive Schutz
Die wichtigste Regel im Umgang mit Holz: Kontaktstellen vermeiden. Wo ein Pflanzkübel auf der Terrasse steht oder eine Kletterpflanze an der Sichtschutzwand anliegt, ist die Belüftung eingeschränkt und Wasser fließt verzögert ab. Einige Zentimeter Abstand reichen meist aus:
- Pflanzkübel mit dünnen Holzleisten oder Abstandhaltern unterlegen.
- Für Kletterpflanzen vorgehängte Seil-, Stab-, Gitter- oder Netzsysteme verwenden.
- Pflanzen mit Abstand zum Holz setzen oder regelmäßig zurückschneiden.
Wo sich Kontaktstellen nicht vermeiden lassen, stellen Sie die Gegenstände regelmäßig um. So kann das Holz austrocknen, und punktuellen Farbunterschieden durch ungleichmäßige UV-Strahlung wird vorgebeugt.
Regelmäßige Reinigung
Kehren Sie Laub und kleine Steine regelmäßig mit einem weichen Plastik-, Stroh- oder Naturhaarbesen ab – immer längs zur Faser. Das beugt Durchfeuchtung vor und verringert Flecken, Moos- und Algenbewuchs sowie Pilzbefall. Gelegentlich die Fläche mit Wasser abspülen, das löst Verkrustungen und wäscht Schmutzpartikel ab.
Bei Bedarf hilft eine intensive Reinigung: Sogenannte Entgrauer machen die ursprüngliche Holzfarbe weitgehend wieder sichtbar, spezielle Seifenlaugen lösen hartnäckigen Schmutz. Die Mittel werden mit hartem Besen oder Reinigungsmaschine eingearbeitet und mit klarem Wasser abgespült. Achtung: Lackierte und lasierte Flächen können dabei angegriffen werden – diese besser manuell mit schonenden Mitteln und weichen Borsten reinigen. Abstehende Holzfasern mit einem scharfen Messer dicht an der Oberfläche abschneiden.
Ölen und Lasieren
Nach einer Intensivreinigung ist der günstigste Zeitpunkt, den Holzschutz zu erneuern. Die passende Behandlung hängt von der Beanspruchung ab:
- Öle (pigmentiert oder pigmentfrei) sind für stark beanspruchte Flächen wie Holzterrassen empfehlenswert. Sie ziehen ein, bilden eine offenporige, wasser- und schmutzabweisende Schutzschicht, steigern die Farbintensität und reduzieren Rissbildung. Pigmentierte Öle schützen besser vor UV-Strahlung. Die Schutzschicht etwa einmal pro Jahr erneuern.
- Offenporige Dünnschichtlasuren eignen sich für gering beanspruchte Holzelemente. Die Maserung bleibt sichtbar, das Holz ist vor Wasser, Flecken und UV geschützt. Gelegentlich durch Überstreichen erneuern.
- Dickschichtlasuren kommen eher bei maßhaltigen Bauteilen wie Fensterrahmen zum Einsatz. Wird die Schicht rissig, sind komplettes Abschleifen und Neubeschichtung nötig.
Chemischer Schutz und resistente Hölzer
Viele Gartenhölzer sind bereits industriell imprägniert – dieser Schutz muss gar nicht oder erst nach vielen Jahren erneuert werden. Bei einer Behandlung nur Mittel mit RAL-Gütezeichen Holzschutzmittel bzw. Registrierungsnummer des Umweltbundesamtes verwenden; bei tragenden Bauteilen ist eine bauaufsichtliche Prüfung des Mittels notwendig. Viele Außenhölzer sind von Natur aus beständig gegen Pilze und Insekten, hier kann der chemische Schutz entfallen. Bei Befall durch Insekten oder Pilze hilft der Fachbetrieb bei Bestimmung und Bekämpfung.
