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Ob als dekorativer Sichtschutz zum Nachbarn, als Farbfeuerwerk am Sitzplatz oder als grüne Hausfassade: Kletterpflanzen lassen sich vielseitig im Garten einsetzen und sind dabei recht pflegeleicht. Ein paar einfache Regeln helfen, jahrelang Freude an den Pflanzen zu haben.
Klettertypen und ihre Kletterhilfen
Kletterpflanzen haben unterschiedliche Techniken entwickelt, um sich ans Licht zu ziehen – je nach Typ brauchen sie deshalb verschiedene Kletterhilfen:
- Ranker wie Waldrebe (Clematis) oder Weinrebe (Vitis vinifera) halten sich mit Sprossranken oder umgewandelten Blattstielen an Rankgittern fest.
- Schlinger wie Geißblatt (Lonicera), Blauregen (Wisteria) oder Baumwürger (Celastrus orbiculatus) winden sich mit dem Neuaustrieb um die Kletterhilfe. Beim Aufleiten beachten: Es handelt sich meist um Linkswinder – den Trieb also gegen den Uhrzeigersinn leiten.
- Selbstklimmer wie Wilder Wein (Parthenocissus), Efeu (Hedera) oder Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris) wachsen mit Haftscheiben oder -wurzeln ohne Kletterhilfe an senkrechten Flächen empor. Bei zu üppigem Wuchs hilft ein Pflegeschnitt, damit die Pflanze nicht zu viel Eigengewicht bekommt und sich von der Wand löst.
- Spreizklimmer wie Kletterrose (Rosa), Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) oder Immergrüne Kletter-Himbeere (Rubus henryi) wachsen zunächst straff aufrecht, die Kletterhilfe dient als Stütze. Kletterrosen-Triebe anfangs am besten waagerecht aufbinden – so bilden sich viele blütentragende Triebe.
Bewässerung
Achten Sie vor allem an warmen Tagen auf ausreichend Wasser. Besonders Pflanzen unter Dachvorsprüngen oder in Kübeln sollten regelmäßig gegossen werden. Auch im Winter brauchen immergrüne Kletterpflanzen wie Efeu oder Immergrünes Geißblatt Wasser: An frostfreien Tagen gießen, um Frosttrocknis zu vermeiden.
Düngung
Kletterpflanzen haben einen hohen Nährstoffbedarf, weil sie in kurzer Zeit ein enormes Blätter- und Blütenwachstum entwickeln. Praktisch sind organische Langzeitdünger, die die Pflanze über Wochen oder Monate gleichmäßig versorgen; alternativ flüssige Mineraldünger regelmäßig über das Gießwasser. Düngegranulat genau nach Packungsangabe dosieren und gut verteilen – sonst entstehen „Düngernester" mit schädlicher Salzkonzentration.
Schnitt: Was welche Art braucht
Einige Kletterpflanzen brauchen einen starken Rückschnitt für Aufbau und Blühwilligkeit, anderen tut ein Auslichtungsschnitt gut, bei vielen kann auf einen Schnitt verzichtet werden. Die wichtigsten Arten:
- Blauregen (Wisteria): Seitentriebe im Spätsommer auf drei Augen zurückschneiden – er blüht an Kurztrieben, die der Schnitt fördert. Ohne Rückschnitt blüht Blauregen erst nach mehreren Jahren. Achtung: Die Pflanze ist giftig.
- Italienische Waldrebe (Clematis viticella): im Dezember oder zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb auf rund 40 cm zurückschneiden.
- Alpen-Waldrebe (Clematis alpina): verträgt einen leichten Rückschnitt nach der Blüte im Frühjahr.
- Klettertrompete (Campsis radicans): im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb alle Seitentriebe auf drei Augen einkürzen.
- Schlingknöterich (Fallopia aubertii): braucht keinen Schnitt zur Blütenbildung, kann aber im zeitigen Frühjahr stark eingekürzt werden, um den Wuchs im Zaum zu halten.
- Baumwürger (Celastrus orbiculatus): jährlicher, kräftiger Winterschnitt; von jungen Bäumen und Regenfallrohren fernhalten.
- Efeu (Hedera): Pflegeschnitt zur Eindämmung jederzeit möglich.
- Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris): verträgt bei zu starkem Wuchs einen Pflegeschnitt vor dem Austrieb.
- Immergrünes Geißblatt (Lonicera henryi): stark zurückschneiden, wenn es von unten verkahlt; auch diese Pflanze ist giftig.
- Wilder Wein (Parthenocissus tricuspidata): im Sommer nach Bedarf einkürzen; im Winter jährlich einen meterbreiten Streifen zum Dach freischneiden, damit die Pflanze das Hausdach nicht erobert.
