Obstgehölze pflegen
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Obstgehölze pflegen

Richtig schneiden für gesunde Bäume und reiche Ernte

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Obst aus dem eigenen Garten ist gefragter denn je. Wer viel ernten will, muss aber richtig schneiden und die Pflanzen gut pflegen – und das ist je nach Obstart ganz verschieden. Ein korrekter, fachmännischer Obstbaumschnitt verbindet zweckmäßige Erziehung mit harmonischer Form, sodass der Obstbaum auch eine Zierde des Gartens ist.

Der richtige Schnittzeitpunkt je Obstart

Obstbäume gibt es in vielen Formen – mit unterschiedlicher Stammhöhe (Fußstamm, Halbstamm, Hochstamm), als Spalier oder Säulenobst. Bei allen gilt: Der Ertrag wird maßgeblich vom Schnitt beeinflusst.

  • Beerenobst wie Johannisbeere oder Stachelbeere kann das ganze Jahr über geschnitten werden – praktischerweise nach der Ernte.
  • Steinobst wie Kirschen oder Pflaumen wird im Laub geschnitten, also am besten im Sommer. Der Sommerschnitt verhindert das starke Bluten der Bäume.
  • Kernobst wird im Winter geschnitten – allerdings nicht, wenn die Temperaturen tagsüber längere Zeit unter minus 5 °C fallen: Der Frost kann ins Gewebe ziehen und Schäden verursachen.

Jeder Schnitt muss scharf sein – egal ob mit Säge, Hand- oder Astschere. Ausgerissene Wundränder oder stehengelassene Aststummel werden schnell zu Eintrittspforten für Krankheiten; saubere Schnitte unterstützen die natürliche Wundheilung. In der Regel ist es besser, ganze Astpartien auszuschneiden statt vieler einzelner Äste – das verursacht weniger Verletzungen, die bei älteren, geschwächten Bäumen unter Umständen nicht optimal heilen. Nach einem Winterschnitt sind im Sommer die Wassertriebe zu entfernen.

So schneiden Sie richtig

  1. Auslichten: Alle nach innen in die Krone wachsenden Zweige direkt am Ansatz absägen – sie bekommen zu wenig Licht und tragen keine Früchte.
  2. Astgabeln beachten: Entwickeln sich zwei Zweige gleich stark am selben Ansatz, kann in der Gabel eine Mulde entstehen, in der Regenwasser steht und Fäulnis verursacht. Einen der beiden Äste frühzeitig entfernen.
  3. Kreuzende Zweige entfernen: An Kreuzungen entstehen durch Reibung Wundstellen. Nur Zweige stehen lassen, die für den Kronenaufbau wichtig sind.
  4. Auf die Astneigung achten: Annähernd aufrecht wachsende Äste tragen fast keine Früchte. Am reichsten blühen und tragen Obstgehölze bei einer Zweigneigung von 35° bis 45°.
  5. Rindenkrankheiten wie Obstbaumkrebs bis ins gesunde Holz ausschneiden.
  6. Leittrieb schonen: In der Entwicklungsphase darf der Leittrieb nicht beschnitten werden – er wird durch den Schnitt der Seitenäste eher gefördert.

Pflanzenschutz

Der Pflanzenschutz erfolgt zunächst über ökologische Regelungswirkungen: passende Sortenwahl, Ansiedlung von Nützlingen, Förderung natürlicher Gegenspieler, Insektenfallen und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bäume. Bei extremer Witterung kann es dennoch zu starkem Befall mit Pilzkrankheiten oder Schädlingen kommen (z. B. Frostspanner, Borkenkäfer, Blausieb, Blattläuse) – dann ist der Einsatz ökologisch verträglicher Mittel ratsam.

Winterschutz: der Stammanstrich

Wenn im Spätwinter nachts Frost herrscht und tagsüber die Sonne – besonders bei geschlossener Schneedecke – auf den Stamm scheint, drohen gefährliche Frostrisse. Um das Aufheizen der Rinde auf der Sonnenseite zu verhindern, wird der Stamm mit einem kalkbasierten Bio-Baumanstrich getüncht. Der Anstrich haftet stabiler, wenn man das Streichmittel mit Silikatgrund verdünnt (im Baumarkt bei den Wandfarben erhältlich). Platzt der Anstrich ab – etwa durch das ausgeprägte Dickenwachstum junger Bäume –, muss er erneuert werden; allein die desinfizierende Wirkung ist Grund genug, den Zustand regelmäßig zu prüfen.

Keine Silikon-, Acryl- oder andere unbekannte Mittel für den Stammanstrich verwenden – und auch keine reine Kalkmilch: Sie wirkt ätzend auf die Baumrinde.

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Häufige Fragen

Antworten rund um Obstgehölze

Wann schneidet man Obstbäume?
Je nach Obstart: Kernobst im Winter (nicht bei anhaltend unter minus 5 °C), Steinobst wie Kirsche und Pflaume im Sommer im Laub, Beerenobst ganzjährig – am besten nach der Ernte.
Warum trägt mein Obstbaum kaum Früchte?
Ein häufiger Grund ist der Kronenaufbau: Fast aufrecht wachsende Äste tragen kaum Früchte, während Zweige mit 35° bis 45° Neigung den stärksten Fruchtansatz haben. Auch nach innen wachsende Zweige bekommen zu wenig Licht und bleiben ertraglos.
Wozu dient der weiße Stammanstrich bei Obstbäumen?
Er verhindert, dass sich die Rinde an sonnigen Frosttagen im Spätwinter auf der Sonnenseite aufheizt – so beugt er gefährlichen Frostrissen vor. Zusätzlich wirkt der kalkbasierte Bio-Anstrich desinfizierend.
Was sind Wassertriebe und was macht man damit?
Steil aufrecht wachsende Triebe, die nach einem Winterschnitt entstehen. Sie werden im Sommer entfernt.
Brauchen Obstbäume einen Bestäuber?
Viele Obstsorten sind selbstbefruchtend, andere brauchen Bestäuber wie Bienen, Fliegen und Hummeln. Wir empfehlen Ihnen passende Sorten – auch solche, die in den Größenverhältnissen zu Ihrem Garten passen.

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