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Gesunde Pflanzen sind kein Wunschtraum: Die richtige Pflanzenwahl, regelmäßige Pflege und eine standortgerechte Nährstoffversorgung steigern die Widerstandskraft Ihrer Gartenpflanzen erheblich. Dennoch kann in manchen Fällen wirksamer Pflanzenschutz nötig werden – und dann kommt es auf schnelles, richtiges Handeln an.
Erst die Diagnose, dann die Behandlung
Grundsätzlich unterscheidet man Schäden durch tierische Erreger (Wühlmäuse, Nacktschnecken, diverse Insekten), durch Schadpilze (Mehltau, Rostpilze, Rußtaupilze) sowie durch Viren und bakterielle Krankheitserreger (Rindenbrand, Feuerbrand). Vor jeder erfolgreichen Behandlung steht eine genaue Diagnose: Beobachten Sie die Pflanze und dokumentieren Sie den Schaden genau. Sind Sie unsicher, was die Ursache des Schadbildes ist, fragen Sie rechtzeitig einen Profi – nur wenn die Diagnose stimmt, kann die Behandlung erfolgreich sein.
Vorbeugen statt heilen
Gesunde Pflanzen sind weit weniger anfällig für Krankheiten. Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen:
- Standortgerecht pflanzen und ausreichend versorgen: Unterversorgte Pflanzen sind weniger widerstandsfähig – besonders neu gepflanzte Exemplare bei Trockenheit rechtzeitig gießen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen: Bei Obst gibt es resistente Sorten gegen einige Pilzkrankheiten, bei Rosen ist die Züchtung blattgesunder Sorten weit fortgeschritten.
- Vielfalt pflanzen: Ein vielgestaltiges Miteinander von Pflanzen – wie in der Natur – verringert das Ausbreiten von Krankheiten.
- Fruchtwechsel beachten: Ein- und zweijährige Blumen sowie nicht winterharte Knollen- und Zwiebelpflanzen (Gladiolen, Dahlien) nicht jahrelang an dieselbe Stelle pflanzen.
- Staunässe vermeiden: Auf schlecht drainierten Böden lohnt vor der Pflanzung eine tiefgründige Bodenlockerung und -verbesserung; Solitärgehölze nicht zu tief pflanzen.
Pflanzenhygiene im Alltag
Oft hilft es bereits, Schädlinge mechanisch abzusammeln oder mit einem harten Wasserstrahl abzuspritzen. Bei Pilzkrankheiten wie Rosenrost oder Sternrußtau sollte abgefallenes Laub abgesammelt und vernichtet werden – es trägt Pilzsporen in sich und kann selbst einige Zeit nach einer Spritzung zu einer erneuten Infektion führen. Schneidewerkzeuge nach Gebrauch gründlich reinigen, um keine Krankheitserreger zu übertragen.
Wenn eine Behandlung nötig wird
Viele Pflanzenschutzmittel sind heute umweltverträglich und entsprechen den Anforderungen des naturgemäßen Pflanzenschutzes. Bevorzugen Sie Präparate, die gezielt gegen bestimmte Schädlinge wirken und Nützlinge wie Vögel, Nutzinsekten und Igel schonen. Chemische Mittel sollten nur eingesetzt werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht helfen. Spritzmittel nur an trockenen, windstillen Tagen ausbringen, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Gegen massenhaft auftretende Schädlinge wie Rhododendronzikaden und Netzwanzen an kleinblättrigen Immergrünen (Rhododendron, Lavendelheide/Pieris) sowie Schildläuse an Eiben empfiehlt sich eine Profispritzung oder Gießbehandlung mit einem systemischen Mittel, das für Wochen Abhilfe schafft. Speziell gegen Rosenkrankheiten hat sich eine vorbeugende Spritzung während oder nach Austriebsbeginn bewährt.
Aktuelle Problemfälle im Blick
Zu den häufigsten Gartenproblemen zählen Rosenkrankheiten, in den letzten Jahren vermehrt Pilzkrankheiten. Das durch den Buchsbaumkrebs verursachte Buchsbaumsterben und das durch Verticillium verursachte Triebsterben an Japanischen Ahornen und anderen Ziergehölzen breiten sich zunehmend aus. Gegen den Dickmaulrüssler steht mit Nematoden ein biologisches Bekämpfungsverfahren zur Verfügung. Auf Wunsch empfehlen wir Ihnen passende, bewährte und widerstandsfähige Sorten für Ihren Garten.
