Pflaster und Plattenbeläge pflegen
StartRatgeber › Pflaster und Plattenbeläge

Pflaster und Plattenbeläge pflegen

Beläge reinigen, Fugen pflegen, Flecken vermeiden

Pflegeanleitung „Pflaster und Plattenbeläge“ als PDF
Zum Ausdrucken und Abheften – kostenlos herunterladen.
PDF herunterladen

Pflaster- und Plattenbeläge gehören zu den ältesten und kunstfertigsten Bauweisen – dauerhaft, vielseitig und oft ein Leben lang im Gebrauch. Damit das gute Erscheinungsbild erhalten bleibt, brauchen die Flächen die richtige Reinigung und Pflege. Wie empfindlich ein Belag ist, hängt von Rauheit, Porigkeit und Oberflächenbearbeitung des Materials ab.

Regelmäßig kehren – die wichtigste Pflege

Normale Verschmutzungen lassen sich durch Kehren mit Besen oder Bürste entfernen, die Grundreinigung erfolgt im trockenen Zustand. Für ein besseres Ergebnis die Fläche anschließend gut mit Leitungswasser durchfeuchten, mit dem Besen reinigen und mit viel klarem Wasser nachspülen. Bei hartnäckigem Schmutz hilft ein neutrales Reinigungsmittel (z. B. pH-neutrale Seife). Für weichere Steinoberflächen nur weiche Borsten verwenden.

Regelmäßiges Kehren lohnt sich doppelt: Es vermindert Algen- und Moosbildung, beugt Flecken durch Pflanzenstoffe vor und schützt polierte Oberflächen vor Kratzern. Laub, Grasschnitt und Düngerreste zeitnah entfernen – aus zerfallenden Pflanzenteilen treten Gerbsäuren aus, die in den Stein einziehen und dauerhafte Verfärbungen verursachen können. Liegendes Laub erhöht zudem die Rutschgefahr.

Flecken vermeiden und richtig behandeln

Verschüttete Getränke, Grillfett oder heruntergefallene Früchte am besten sofort mit einem feuchten Tuch aufnehmen und mit viel klarem Wasser nachspülen – so dringen die Stoffe nicht tief in den Stein ein. Rostflecken entstehen durch vergessene Metallwerkzeuge, eisenhaltige Gartenmöbel, Moosvernichter oder eisenhaltigen Dünger und sind nur schwer zu entfernen; hierfür ausschließlich geeignete Spezialreiniger verwenden. Bei allen Reinigungsmitteln gilt: Die Verträglichkeit mit dem Material muss stimmen. Säurehaltige Reiniger wirken zwar gut gegen Zementschleier, greifen aber Betonstein und viele Natursteine an – zwischen säurebeständigen Gesteinen (meist Granit oder Keramik) und säureempfindlichen (Kalkstein, Betonwerkstein) unterscheiden. Mittel immer zuerst an einer verdeckten Stelle testen.

Fugen und Unkraut

Bei ungebundener Bauweise (auf Sand oder Splitt verlegt) müssen die Fugen immer gefüllt bleiben. Wird Fugenmaterial ausgetragen, mit geeignetem Material nachsanden – sonst lockern sich die Steine, verschieben sich oder kippen. Sammeln sich Staub und organisches Material in den Fugen, bildet sich Humus, in dem sich Pflanzen ansiedeln. Am effektivsten ist manuelles Jäten: die ganze Pflanze samt Wurzel entfernen und die Fuge danach wieder auffüllen. Regelmäßiges Kehren minimiert diesen Aufwand.

Keine Hochdruckreiniger (auch nicht mit „Terrassendüse") und keine saugenden Kehrmaschinen einsetzen: Sie tragen das Fugenmaterial aus, rauen die Steinoberfläche auf und können Beschichtungen zerstören. Die Folge sind schnellere Wiederverschmutzung, Frostschäden und im Extremfall kippende Platten.

Ausblühungen – kein Mangel

Weiße Flecken oder Schleier auf der Steinoberfläche entstehen durch die Reaktion von Feuchtigkeit mit dem Baustoff und sind besonders auf dunklen Steinen sichtbar. Sie haben keinerlei Einfluss auf Qualität oder Haltbarkeit des Materials und stellen keinen Mangel dar. In der Regel verschwinden sie durch die natürliche Bewitterung von selbst. Wer nicht warten möchte, kann mit klarem Wasser und Bürste nachhelfen oder spezielle Reiniger verwenden – auf die Eignung für den jeweiligen Belag achten.

Winterdienst ohne Salz

Tausalze greifen die Steinoberfläche an und hinterlassen Flecken. Auch Bäume, Sträucher und Rasen an den Wegrändern leiden, wenn Salz von den Flächen gespült wird. Die Verwendung von Tausalz ist aus Umweltgründen grundsätzlich nicht erlaubt und nur in Ausnahmefällen (z. B. bei Blitzeis) auf besonders gefährdeten Bereichen wie Treppen gestattet. Die beste Vorbeugung gegen Salzflecken ist der generelle Verzicht.

Imprägnieren und Versiegeln

Imprägnierungen ziehen in den Stein ein, machen ihn wasser- und schmutzabweisend und reduzieren den Reinigungsaufwand deutlich; sie bleiben wasserdampfdurchlässig und halten länger als Versiegelungen. Versiegelungen bilden eine Schutzschicht, intensivieren die Farbe und erzeugen Glanz – können den Belag aber rutschiger machen und nutzen sich ab. Wichtig: Wasserdurchlässige und drainfähige Beläge dürfen keinesfalls versiegelt oder imprägniert werden, sonst kann das Wasser nicht mehr abfließen. Immer die Herstellervorschriften beachten und zuerst eine Probefläche anlegen, denn die Behandlung lässt sich kaum rückgängig machen.

← Alle Pflegeanleitungen · Pflege vom Profi: Fuchs Service

Häufige Fragen

Antworten rund um Pflaster und Plattenbeläge

Darf ich mein Pflaster mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein, davon raten wir ausnahmslos ab. Der scharfe Wasserstrahl trägt das Fugenmaterial aus, raut die Steinoberfläche auf und kann Beschichtungen zerstören – die Fläche verschmutzt danach sogar schneller.
Was sind die weißen Flecken auf meinen Pflastersteinen?
Das sind Ausblühungen – eine Reaktion von Feuchtigkeit mit dem Baustoff. Sie sind kein Mangel, beeinträchtigen die Haltbarkeit nicht und verschwinden durch die Witterung meist von selbst.
Was hilft gegen Unkraut in den Pflasterfugen?
Manuelles Jäten ist effektiv und umweltschonend: die ganze Pflanze samt Wurzel entfernen und die Fuge mit losem Fugenmaterial wieder auffüllen. Regelmäßiges Kehren verhindert, dass sich in den Fugen überhaupt Humus bildet.
Darf ich im Winter Streusalz auf der Terrasse verwenden?
Tausalz ist aus Umweltgründen grundsätzlich nicht erlaubt und nur in Ausnahmefällen wie Blitzeis auf gefährdeten Bereichen (z. B. Treppen) gestattet. Salz greift zudem die Steinoberfläche an und schädigt angrenzende Pflanzen und Rasen.
Warum kippeln einzelne Pflastersteine?
Vermutlich fehlt Fugenmaterial: Bei ungebundener Bauweise müssen die Fugen immer gefüllt sein. Wird ausgetragenes Material nicht nachgesandet, lockern sich die Steine, verschieben sich oder kippen.

Sprechen wir über Ihr Projekt

Wir beraten Sie gern persönlich und unverbindlich.

Beratung anfragen
AnrufenBeratung