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Ein dichter, sattgrüner Rasen ist das Aushängeschild eines gepflegten Gartens – und zugleich seine am stärksten strapazierte Fläche. Mit halbwegs regelmäßigem Mähen allein ist es nicht getan: Bewässerung, Düngung, Vertikutieren und Unkrautregulierung sind mindestens genauso wichtig – und bei einer Neuansaat entscheiden die ersten Wochen.
Richtig wässern: selten, aber durchdringend
Bei einem etablierten Rasen gilt: lieber seltener, dafür durchdringend gießen. Etwa 15 l/m² reichen in der Regel für 6 bis 10 Tage, in heißen Sommern sollte alle 3 bis 4 Tage beregnet werden. So wird der Boden rund 15 cm tief durchfeuchtet und die Wurzeln wachsen in die Tiefe. Tägliches, oberflächliches Gießen bewirkt das Gegenteil: Die Wurzeln bleiben in den oberen Zentimetern, die Fläche verfilzt stärker und der Rasen wird empfindlicher gegen Trockenheit.
Mähen: regelmäßig und mit scharfen Messern
In der Vegetationszeit sollte mindestens wöchentlich gemäht werden – je häufiger der Schnitt, desto dichter die Grasnarbe. Übliche Schnitthöhe ist etwa 4 cm; je Mähgang darf nicht mehr als ein Drittel bis maximal die Hälfte des Halms entfernt werden. Wichtig sind gut geschliffene, scharfe Mähmesser – stumpfe Messer hinterlassen ausgefranste Wundränder, in die Krankheitserreger eindringen. Schnittgut, Laub und Fallobst mit dem Rechen entfernen, sonst kann der Rasen ersticken. Mulchmäher sind für Zierrasen nur bedingt geeignet, weil die Narbe durch das liegen bleibende Schnittgut schneller verfilzt.
Düngen: 2 bis 3 Gaben pro Jahr
Mit jedem Schnitt gehen Nährstoffe verloren, die ersetzt werden müssen. Bewährt haben sich 2 bis 3 Düngergaben mit je etwa 5 g Stickstoff/m²: ein Kurzzeitdünger Ende März/Anfang April (zur Forsythienblüte), ein Langzeit-Volldünger Ende Juni/Anfang Juli und bei höheren Ansprüchen ein kaliumbetonter Herbstdünger Ende August/Anfang September. Beachten Sie immer die Düngeempfehlung des Herstellers. Den Dünger in zwei Arbeitsschritten kreuzweise ausbringen und anschließend gründlich wässern – sonst drohen fleckiges Wachstum und ungleichmäßige Färbung.
Vertikutieren gegen Moos und Rasenfilz
Aus Laub und Pflanzenresten bildet sich im Lauf des Jahres eine Filzschicht, die Feuchtigkeit bindet und die Wurzelbildung behindert – Moos breitet sich aus. Abhilfe schafft Vertikutieren ab Anfang April: Die Messer bis zur Bodenoberfläche einstellen (maximal 3 mm in den Boden) – das entfernt Filz, Moos und breitblättrige Wildkräuter. Danach die Fläche besanden. Bei tieferen Verdichtungen hilft Aerifizieren für bessere Durchlüftung und Wasserführung im Boden.
Unkraut im Griff behalten
Ein weitgehend unkrautfreier Rasen ist realistisch – die Basis sind ein gut versorgter Boden, regelmäßige Bewässerung und eine standortgeeignete Rasenmischung. Langfristig wirkt die Kombination aus regelmäßigem Mähen, Vertikutieren und bedarfsgerechter Düngung; hartnäckige Dauerunkräuter werden ausgestochen.
Neuansaat: die ersten Wochen entscheiden
Nach der Ansaat darf die oberste Bodenschicht mit den Keimlingen keinesfalls austrocknen – schon wenige Stunden Trockenheit an einem warmen Tag können einmal durchfeuchtetes Saatgut vernichten. Bis zur Keimung (je nach Witterung 8 bis 14 Tage) die Fläche feucht halten, danach wöchentlich etwa vier Gaben à 5 l/m² geben; Pfützen dürfen sich nicht bilden. Drei bis vier Wochen nach der Keimung wird schrittweise auf 10 bis 15 l/m² ein- bis zweimal pro Woche umgestellt. Der erste Schnitt erfolgt bei 6 bis 8 cm Halmhöhe auf 5 cm; ab etwa dem vierten Mähgang kann auf 4 cm gekürzt werden. Nach dem ersten Schnitt mit einem schnell wirkenden mineralischen Stickstoffdünger (5 g N/m²) düngen. Aufkeimende Wildkräuter aus dem Samenvorrat des Bodens sind normal – die meisten sind nicht schnittverträglich und verschwinden durchs regelmäßige Mähen; nach oben gearbeitete Steine einfach absammeln. Genutzt werden darf die Fläche nach etwa vier bis sechs Wochen, anfangs nur schonend.
