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Rittersporn, Astern oder Sonnenhut bringen Farbe ins Beet, im Schatten bezaubern Farne, Elfenblumen und Funkien. Staudenbeete machen weit weniger Arbeit, als das verbreitete Vorurteil glauben macht – wer Stauden nach Wuchskraft und Standortansprüchen kombiniert, spart viel unnötige Gartenarbeit. Ganz ohne Schere, Spaten und Dünger geht es aber nicht.
Anwachsphase: richtig wässern
Frisch gepflanzte Stauden haben noch nicht genug Wurzeln, um Wasser aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen. Bis zum Einwurzeln gilt: lieber einmal durchdringend wässern als mehrfach kleine Mengen. Gießen Sie mit Regner oder feiner Gießbrause – wie ein Landregen – und bei heißer Witterung unbedingt am frühen Morgen oder späten Nachmittag, sonst verdunstet mehr Wasser, als die Pflanzen aufnehmen können.
Als Richtwert pro Wässerungsgang gelten für Staudenflächen ca. 5–10 Liter pro Quadratmeter. Der Boden sollte im Wurzelbereich bis in ca. 20 cm Tiefe ausreichend feucht sein; sandige Böden – etwa in der Münchner Schotterebene – brauchen mehr Wasser als lehmige oder tonige. Eingerollte, schlappe Blätter oder vorzeitiger Laubfall sind Warnsignale.
Beikräuter und Mulch
Halten Sie die Pflanzflächen frei von Beikräutern, denn sie konkurrieren mit den jungen Stauden um Wasser, Licht und Nährstoffe. Lockern Sie das Erdreich regelmäßig und hacken Sie dabei flach, um keine Wurzeln zu beschädigen. Eine Mulchschicht von 3–5 cm (Kompost, Rindenmulch, Holzschnitzel oder mineralisch wie Lava oder Splitt) unterdrückt Wildwuchs und mindert das Austrocknen – sie schluckt aber einen Teil von Gießwasser und Dünger, der ergänzt werden muss.
Düngung
Düngerart und Häufigkeit richten sich nach Standort und Anspruch: Beetstauden brauchen mehr Nährstoffe als Steingartenpflanzen. Bewährt ist eine Frühjahrsdüngung mit organischem Dünger, der länger vorhält als mineralischer. Generell wird etwa von Anfang April bis Ende Juli mit organisch-mineralischen Langzeitdüngern gedüngt – danach nicht mehr, damit die Pflanzen ausreifen. Keine schnell wirkenden Dünger verwenden und die Produktanleitung strikt einhalten.
Schnitt
Die meisten Stauden werden zum Ende der Wuchsperiode im späten Herbst bodennah abgeschnitten. Bei frostempfindlichen Arten bleiben die alten Triebe als natürlicher Winterschutz bis zum Frühjahr stehen. Verblühtes auszuschneiden fördert die Knospenbildung: Rittersporn, Katzenminze und Salbei nach der Blüte auf 10 cm einkürzen, dann bilden sie eine Nachblüte; höhere Stauden nur auf 15–20 cm. Hochwachsende Stauden rechtzeitig stützen und aufbinden.
Teilen und Winterschutz
Alte, teils vergreiste Horste erhalten neue Wuchskraft, wenn man Teile abtrennt und an anderer Stelle neu einpflanzt – im Frühjahr oder Herbst. Wer im Herbst nicht alles zurückschneidet, verschafft den Stauden über das alte Laub einen guten Winterschutz, und Insekten können in den Stängeln überwintern. Bei früh austreibenden Stauden das Laub erst abräumen, wenn keine Spätfröste mehr drohen – es ist im Frühjahr zugleich der Wegweiser zu schneckengefährdeten Stauden.
Staudenpflege im Jahreslauf
- Frühjahr: Rückschnitt von Gräsern und Stauden, Beete säubern, organisch düngen, Ergänzungspflanzungen, große Horste teilen
- Sommer: Stützen und Aufbinden, Verblühtes ausschneiden, bei Trockenheit gießen, auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren
- Herbst: Ergänzungspflanzungen, mäßiger Rückschnitt, Rindenhumus als Schutz ausbringen, Horste teilen, Winterschutz anlegen
- Winter: Winterschutz kontrollieren, Rückschnitt, Komposterde zwischen den Horsten ausbringen
