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Zwiebel- und Knollenpflanzen sind eine vielfältige, artenreiche Gruppe: krautige Pflanzen, die in ihren Speicherorganen Nahrungsreserven anlegen und damit ungünstige Zeiten überdauern. Weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinen und dann wieder verschwinden, sind sie perfekte Partner von Stauden, Gehölzen und Sommerblumen – Frühblüher leuchten im Beet, bevor die meisten Stauden überhaupt ausgetrieben haben.
Winterhart oder frostempfindlich?
Zwiebelpflanzen sind in der Regel winterhart, Knollen vertragen dagegen meist keinen oder nur geringen Frost. Unter Bäumen und am Gehölzrand fühlen sich Frühlingsgeophyten wie Buschwindröschen, Lerchensporn, Schneeglöckchen, Hasenglöckchen, Narzissen und Scilla wohl. Einige Knollenarten lassen sich je nach Standortanspruch vollständig in Staudenpflanzungen integrieren.
Pflanzzeiten im Überblick
| | Beispiele | Pflanzzeit |
|---|---|---|
| Vorfrühlingsblüher | Schneeglöckchen, Winterling, Märzenbecher | September |
| Frühlingsblüher | Tulpen, Narzissen, Krokus, Hyazinthen, Schneeglanz | Oktober bis November |
| Sommerblüher | Gladiolen, Dahlien, Canna, Anemonen, Freesien | März bis Mai |
| Spätsommerblüher | Herbstzeitlose, Herbstkrokus, Safran, Sternbergia | Juli bis August |
In der Praxis werden Vorfrühlings- und Frühlingsblüher meist gleichzeitig gesetzt – Oktober bis November ist dafür eine gute Pflanzzeit.
Schnitt und Laubpflege
Verwelkte Blütenköpfe regelmäßig entfernen, damit die Pflanze keine Energie in die Samenbildung steckt, die der Zwiebel oder Knolle verloren geht.
Die langen Blätter der Narzissen lassen sich zu dekorativen Zöpfen flechten; sind sie braun und trocken, können sie mit der Hand abgezupft werden. Rasenpartien mit Schneeglöckchen, Krokussen oder kleinen Narzissen dürfen erst ca. 6 Wochen nach der Blüte gemäht werden, damit sich die Pflanzen jedes Jahr wieder zeigen und ausbreiten.
Düngung und Bewässerung
Bei der Pflanzung empfiehlt sich eine leichte Düngung mit Kompost oder einem anderen organischen Dünger. Ab dem Folgejahr wird zu Beginn der Wachstumszeit regelmäßig mittelschwach gedüngt, zur Blütezeit kann ein spezieller Blühdünger zum Einsatz kommen. Bis zum Eintritt in die Ruheperiode wird weiter schwach gedüngt – diese Gaben speichert die Pflanze für das nächste Jahr. Während der Wachstumsphase brauchen Zwiebel- und Knollenpflanzen ausreichend Feuchtigkeit, bei anhaltender Trockenheit also gießen. Staunässe ist dagegen unbedingt zu vermeiden, sonst faulen Zwiebeln und Knollen.
Nicht winterharte Knollen überwintern
Dahlien, Blumenrohr und Knollenbegonien müssen im Herbst aus dem Beet genommen werden. Die Überwinterung ist einfach: Knollen in Kisten mit lockerer, eher trockener Erde in einem kalten, aber frostfreien Raum lagern. Sie eignen sich gut für sommerliche Wechselflorbeete; ein Vortreiben im Frühjahr bringt eine frühere Blüte.
Verwildern lassen
Die meisten Frühjahrsblüher wie Krokusse, Narzissen und botanische Tulpen eignen sich sehr gut zum Verwildern. Dafür werden sie etwas tiefer gepflanzt als üblich – etwa drei- bis viermal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Für ein natürliches Bild, vor allem im Rasen, die Zwiebeln nicht in Gruppen setzen, sondern ausstreuen und dort pflanzen, wo sie zufällig gelandet sind.
