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Schwimmteiche und Naturpools sind sensible ökologische Systeme. Oberstes Ziel aller Pflegemaßnahmen ist, den Nährstoffgehalt im Wasser gering zu halten – nur so bleiben die natürlichen Selbstreinigungskräfte und damit die Wasserqualität langfristig erhalten.
Warum der Teich sich selbst reinigt
Im Schwimmteich gilt das Minimumprinzip: Der knappste Nährstoff begrenzt das Wachstum – bei Algen ist das Phosphor. Der Teich ist zudem eine Nährstofffalle – was hineinfällt, bleibt drin: Pflege heißt daher, abgestorbene Masse und damit Phosphor herauszuholen. Zielwerte: unter etwa 20 µg/l Phosphor im Teichwasser, Füllwasser unter 10 µg/l (Füllwasseranalyse), pH-Wert meist 7,8–8,2.
Die Reinigungsarbeit leisten die Teichbewohner: Wasserflöhe filtern das gesamte Wasser bis zu 1,7-mal pro Tag, Mikroorganismen bauen Trübstoffe ab und zerstören Krankheitskeime.
Frühjahrsputz: Der wichtigste Termin im Jahr
Staub, Laub und Insekten werden nur zum Teil vom Skimmer erfasst, der Rest sinkt zu Boden und lagert sich als Sediment ab. Im Frühjahr werden deshalb die Beckenwände manuell oder mit der Motorbürste gesäubert und der Boden mit dem Unterwasserstaubsauger abgesaugt – am besten vor dem Austrieb der Pflanzen. Unter 12 °C Wassertemperatur liegt der Phosphor am Grund und wird beim Absaugen größtenteils mit entfernt. Erst danach wird das verlorene Wasser durch Frischwasser ersetzt.
Nach den letzten Frostnächten werden abgestorbene Pflanzenteile in der Regenerationszone abgeschnitten und entfernt. Das reduziert die Nährstoffanreicherung und beugt Algenwachstum vor.
Grünfärbung oder Fadenalgen im zeitigen Frühjahr sind kein Grund zur Sorge: Die algenfressenden Kleinlebewesen entwickeln sich erst zwei bis drei Wochen nach den Algen – die Grünphase klärt sich meist von selbst; nur bei dauerhafter Trübung sprechen Sie uns an. Algen mit dem Kescher entfernen und die Wasserpflanzen mit einem Spezialdünger nach Herstellerangaben fördern. Niemals herkömmliche Dünger verwenden – sie geben ihre Nährstoffe im Wasser schlagartig frei und verschärfen das Problem.
Technik und Reinigung während der Saison
Im Frühjahr wird die Teichtechnik wieder in Betrieb genommen: Frostschutz-Ausgleichskörper und Eisdruckpolster entfernen, Skimmerbehälter säubern und Sieb einsetzen, Pumpen und Filteranlagen aktivieren.
- Skimmer je nach Laub- und Schmutzeintrag kontinuierlich reinigen, unter Umständen täglich
- Unter Druck stehende Phosphorfilter regelmäßig spülen, bei anderen Filtern ist teils eine Rückspülung nötig; Kiesfilter je nach Bauweise nach dem Winter durchspülen
- Nassfilter (Biofilter) sollten ohne Unterbrechung durchströmt sein; Trockenfilter (Rieselfilter) können trocken fallen, ein stoßweiser Betrieb von etwa fünf Stunden am Tag reicht
Der Beckenboden der Schwimmzone sollte zusätzlich zwei- bis dreimal im Jahr gereinigt werden. Ein Poolroboter hilft dabei sehr – für dauerhaften Erfolg täglich im Einsatz. Er funktioniert allerdings nur in Becken mit geraden Wänden, betonierter Sohle und faltenfrei verlegter Folie.
Beim Naturpool reinigt neben dem Skimmerkreislauf ein Biofilterkreislauf das Wasser über Filtermatten mit Mikroorganismen-Biofilm; die Matten werden einmal im Jahr ausgewaschen. Das eisenbasierte Phosphatfilter-Granulat ist nach etwa drei bis fünf Jahren gesättigt und wird ausgetauscht. Die UVC-Lampe läuft nur rund 48 Stunden pro Woche gegen Grünalgen nach plötzlichem Nährstoffeintrag.
Wasserpflanzen richtig schneiden
Ab einer Standzeit von zwei bis drei Jahren werden die Wasserpflanzen in der Regenerationszone mit der Unterwassersense nahe am Grund abgeerntet, um die gebundenen Nährstoffe zu entfernen – am besten zwischen Juli und August, und nie alle auf einmal, sondern maximal die Hälfte. Einige immergrüne Arten bleiben stehen: Sie liefern im Winter Sauerstoff und konkurrieren im Frühjahr mit den Algen. Sumpf- und Röhrichtpflanzen bleiben über den Winter stehen, sie sichern den Gasaustausch zwischen Wasser und Luft; der Rückschnitt erfolgt im Frühjahr vor dem Austrieb.
Herbstservice und Einwinterung
Der Herbst ist der schonendste Zeitpunkt für einen großen Teichservice, da die meisten Tiere im Winterquartier sind und die Wasserpflanzen ruhen. Nach drei bis fünf Jahren ist die Sedimentschicht im Regenerationsbereich meist so hoch, dass Fäulnis das Gleichgewicht gefährdet: Der Bereich wird leergepumpt, das Sediment abgespült und die Substratschicht mit frischem Material ergänzt. Beim Pflanzenfilter werden die oberen 5 cm des Materials ausgetauscht. Vor den ersten Frostnächten wird die gesamte Technik eingewintert; Pumpen müssen grundsätzlich frostfrei überwintern, sofern kein frostfreier Pumpenschacht vorhanden ist. Der Naturpool bleibt ganzjährig gefüllt: Nur der Skimmerkreislauf wird eingewintert, der Biofilterkreislauf läuft weiter und verhindert eine geschlossene Eisdecke; die UVC-Lampe wird bei Frostgefahr entnommen.
Bei dichtem Baumbestand lohnt sich während des Laubfalls im September und Oktober ein Laubschutznetz über dem Teich; zu Winterbeginn wird es entfernt. Mit Poolabdeckung auf dem Naturpool ist kein zusätzliches Netz nötig.
Wasserverlust, Nachfüllen und Sicherheit
Jede Wasseranlage verliert Wasser – meist keine Leckage, sondern Verdunstung über Sonne, Wind, Pflanzen und herausragende Steine. Bei günstigen Bedingungen kann der Wasserspiegel um 12 mm pro Tag oder mehr sinken. Beim Nachfüllen mit Leitungswasser kann je nach Versorger Phosphat eingetragen werden – fragen Sie nach den Werten oder mischen Sie mit unbelastetem Regenwasser. Eine Düngung im Umfeld des Gewässers sollte unterbleiben.
Auch Badegäste tragen Phosphor über Haut, Schweiß und Haare ein – vor dem Baden kurz abduschen.
Als Eigentümer tragen Sie die Verkehrssicherungspflicht – auch gegenüber Kindern aus der Nachbarschaft. Zur Sicherung eignen sich Stahlmatten dicht unter der Wasseroberfläche oder temporäre Einzäunungen; von Eigenlösungen raten wir ab, da unter anderem die richtige Maschenweite entscheidend ist.
