
Ein Baum macht aus einem Grundstück einen Garten
Nichts verändert einen Garten so schnell wie ein großer Baum. Er gibt Schatten, Maßstab und das Gefühl, dass der Garten schon immer da war. Genau deshalb lohnt es sich, bei Bäumen nicht an der Größe zu sparen – und den Standort sehr genau zu wählen.
Wie Baumgrößen gemessen werden
Bei Bäumen zählt nicht die Höhe, sondern der Stammumfang, gemessen in einem Meter Höhe. Das Sortiment unseres Hauptlieferanten reicht von Alleebäumen mit 14–16 cm Stammumfang bis zu Solitären mit rund 140 cm – also von „gut sichtbar“ bis „prägt das ganze Grundstück“.
Als Faustregel: Je größer der Baum bei der Pflanzung, desto höher Preis und Aufwand – und desto länger braucht er, um wieder richtig anzuwachsen. Ein mittelgroßer, gut angewachsener Baum überholt einen zu groß gepflanzten oft nach wenigen Jahren.

Der Standort entscheidet – nicht die Sorte
Bevor wir über Arten reden, klären wir den Platz: Wie breit wird die Krone in 20 Jahren? Wie viel Wurzelraum steht wirklich zur Verfügung, wenn Terrasse, Zufahrt und Leitungen abgezogen sind? Wohin fällt der Schatten mittags und abends? Wie nah liegt das Gebäude?
Die meisten Probleme mit Bäumen in Privatgärten sind Standortprobleme, keine Pflegeprobleme: zu nah am Haus, zu wenig Wurzelraum, falsche Erwartung an die Endgröße. Das lässt sich in der Planung lösen und später kaum noch.

Klimabäume: was in 30 Jahren noch steht
Trockene Sommer und Hitze setzen klassischen Gartenbäumen zu. Baumschulen führen deshalb inzwischen eigene Sortimente unter dem Begriff Klimabäume – Arten und Sorten, die mit Trockenheit, Hitze und verdichteten Böden besser umgehen. Wir wählen bewusst danach aus, damit Ihr Baum nicht in 15 Jahren zum Sorgenkind wird.

Pflanzung und die ersten drei Jahre
Ein Großbaum kommt nicht mit dem Schubkarren. Je nach Größe braucht die Pflanzung Kran oder Bagger, eine ausreichend große Pflanzgrube, verbesserten Boden und eine stabile Verankerung gegen Wind. Entscheidend ist danach das Wässern: In den ersten Standjahren braucht der Baum regelmäßig viel Wasser auf einmal – nicht täglich ein wenig. Auf Wunsch legen wir dafür gleich eine Bewässerung mit.

Drei Vorschriften, die beim Baum greifen
Baumschutzverordnung der Gemeinde. Viele Kommunen schützen Bäume ab einem bestimmten Stammumfang: Fällen und starke Rückschnitte sind dann genehmigungspflichtig – auch im eigenen Garten. Was in Ihrer Gemeinde gilt, klären wir in der Planung direkt dort ab. Wichtig ist das nicht nur beim Fällen, sondern schon beim Bauen: Ein geschützter Bestandsbaum bestimmt mit, wo Terrasse und Zufahrt liegen können.
Grenzabstand. Ein Baum, der über 2 m hoch wird, muss in Bayern nach Art. 47 AGBGB mindestens 2 m von der Nachbargrenze stehen. Bei einem Baum ist das oft die kritischere Zahl als bei der Hecke, weil sich die Krone nicht einfach zurückschneiden lässt, ohne ihn zu verunstalten. Wir setzen den Standort deshalb von Anfang an so, dass er auch mit ausgewachsener Krone unstrittig bleibt. Die Details zum Grenzabstand stehen bei Sichtschutz & Hecken.
Brutzeit. Auch für Bäume gilt § 39 Abs. 5 BNatSchG: Vom 1. März bis 30. September sind Fällungen und starke Eingriffe verboten. Baumarbeiten planen wir deshalb ins Winterhalbjahr.
Woher unsere Bäume kommen
Einen Baum kauft man nicht nach Katalog, sondern nach Habitus – nach Wuchsform, Astaufbau und Charakter des einzelnen Exemplars. Deshalb arbeiten wir mit der Baumschule Lorenz von Ehren: rund 600 Hektar Anbaufläche und ein Sortiment von etwa 2.000 Gattungen, Arten und Sorten in rund 8.000 Formen und Größen – von Alleebäumen mit 14–16 cm Stammumfang bis zu Solitären mit rund 140 cm. Bei größeren Projekten fahren wir auch selbst hin und suchen Ihren Baum aus.
Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist unser Schaugarten in Gilching mit edlen Laub- und Nadelgehölzen.
Dazu passend
Sichtschutz & Hecken – Bäume als Baumwand gegen Einblick von oben · Pflanzen & Bepflanzung · Staudenpflanzung unter dem Baum · Baumpflege durch unser Pflegeteam.
Wie ein Großbaum an seinen Platz kommt
Ein Baum mit einem Wurzelballen von über einer Tonne wird nicht getragen. Er wird angeschlagen, gehoben, eingeschwenkt und ausgerichtet – und das alles, bevor überhaupt Erde ins Loch kommt. Der Lkw gehört uns, der Kran kommt vom Kranunternehmen Hölzl – ein eingespieltes Team: Die Kollegen am Haken kennen den Fahrer, und beim Heben über ein Haus zählt genau das. Diese Bilder sind von einer Pflanzung im November.






Fotos: Benjamin Klopp / frames for good.
Ein Baum im Haus – und wie er gesund bleibt
Ein Baum im Lichthof oder Innenhof ist eines der schönsten Motive, die ein Haus haben kann: Man wohnt nicht neben ihm, sondern um ihn herum. Wir finden das großartig – und sagen im gleichen Atemzug: Es ist der Standort mit den wenigsten Reserven. Ein Baum im Garten verzeiht Fehler, weil er ausweichen kann. Ein Baum im Schacht kann das nicht.


Amberbaum im Lichthof unseres Gartens „Gegensätze sind anziehend“ in Baldham. Wir pflegen diesen Baum. Fotos: Benjamin Klopp / frames for good.
Bitte holen Sie uns früh dazu
Der beste Zeitpunkt für dieses Gespräch ist der, an dem der Hochbau noch plant – nicht der, an dem die Verglasung schon steht. Fast alles, was so ein Baum braucht, ist eine Entscheidung am Gebäude und nicht an der Pflanze. Sechs Punkte, die vor dem Rohbau geklärt sein sollten:
- Wurzelraum. Ein Lichthof ist ein Schacht: Kellerwände, Fundamente und die Bauwerksabdichtung begrenzen den Boden nach allen Seiten. Zum Vergleich – die FLL-Empfehlungen für Baumpflanzungen nennen für Straßenbäume in der Größenordnung 12 m³ durchwurzelbaren Raum bei rund 1,5 m Tiefe. Im Lichthof entsteht dieses Volumen nicht beim Aushub, sondern im Grundriss. Wird es kleiner, wird auch der Baum kleiner – oder er braucht dauerhaft Schnitt, damit Krone und Wurzel im Verhältnis bleiben.
- Wasser, in beide Richtungen. Nach unten braucht der Baum eine Drainage mit Anschluss; stehendes Wasser im Schacht bringt ihn schneller um als Trockenheit. Nach oben kommt weniger Regen an, als man denkt: Wandschatten und Dachüberstand halten einen Teil ab, und der Boden ist klein. Eine automatische Bewässerung mit eigener Leitung gehört deshalb in die Rohbauplanung. Später nachziehen heißt: Boden wieder aufmachen.
- Licht. In einen Hof fällt Licht nur von oben, und je tiefer und schmaler er ist, desto kürzer. Wie viele Stunden es tatsächlich sind, lässt sich am Gebäudemodell ablesen, bevor gebaut wird. Danach richtet sich die Artenwahl – nicht umgekehrt. Ein Baum, der volle Sonne braucht, wächst im Hof einseitig zum Licht und wird nie die Krone bekommen, die auf dem Bild war.
- Erreichbarkeit. Zwei Fragen, die überraschend oft offenbleiben: Wie kommt der Baum hinein – meist nur, solange Dach und Verglasung offen sind, sonst bleibt nur ein kleiner Baum durch die Tür. Und wie kommen wir später hinein, mit Leiter, Substrat, Schubkarre und Schnittgut. Ein Hof ohne eigenen Zugang macht jede Pflege zu einem Transport durchs Wohnzimmer.
- Art und Substrat. Beides wählen wir gemeinsam mit Ihnen aus, und zwar zusammen: Ein Substrat entscheidet über Wasserhaltung und Luft im begrenzten Volumen, die Art über Endgröße, Lichtbedarf, Laub- und Fruchtfall. In einem Hof mit Glas ringsum ist auch das ein Thema – ein Baum mit stacheligen Fruchtkapseln macht anderen Aufwand als einer ohne.
- Gesundheit. Im Hof steht die Luft, es ist wärmer und trockener als draußen und es fehlen die natürlichen Gegenspieler. Ein Baum, der zu wenig Wasser oder Wurzelraum hat, ist geschwächt – und geschwächte Bäume bekommen Spinnmilben oder Schildläuse, nicht gesunde. Der wirksamste Pflanzenschutz an diesem Standort ist deshalb die Planung, der zweitwirksamste ein regelmäßiger Blick darauf.
Wer will einen Baum, der im eigenen Haus kränkelt? Wenn wir von der ersten Skizze an mit am Tisch sitzen, ist das keine Frage mehr: Wir klären Wurzelraum, Bewässerung, Zugang und Lichtangebot mit Architekt und Rohbau, wählen Art und Substrat aus, pflanzen den Baum im richtigen Bauzustand – und übernehmen danach die Pflege, damit jemand hinschaut, bevor man etwas sieht. Sprechen Sie uns an, so früh es geht.
