
Naturfreibad für Gemeinden
Zwei öffentliche Naturbäder haben wir gebaut: das Naturfreibad Lenggries und das größte Naturbad Deutschlands am Aschauerweiher. Chlorfrei, ganzjährig gefüllt, ohne Beckenheizung – und beide zum Selbst-Hineinsteigen.
Zwei Naturbäder, die man besuchen kann
Nicht jedes Bad, das wir bauen, liegt in einem Privatgarten. Zwei öffentliche Naturbäder gehören zu unseren größten Projekten: das Naturfreibad Lenggries und das größte Naturbad Deutschlands am Aschauerweiher. Beide kommen ohne Chlor aus, beide sind im Sommer geöffnet – und in beiden können Sie einfach schwimmen gehen.
Naturfreibad Lenggries
Das Freibad der Gemeinde Lenggries – seit 1934 in Betrieb – hatte immer wieder Probleme mit der Wasserqualität; mehrmals pro Saison musste das Becken neu befüllt werden. Die Gemeinde stand vor der Wahl: eine nachhaltige Lösung finden oder das Bad schließen. Im Juli 1999 beschloss der Gemeinderat die Umwandlung zum Naturfreibad, 2001 wurde gebaut.
Das vorhandene Freibecken erhielt Regenerationsbereiche, Holzstege und ein Sprungbrett, der großzügige Pflanzenfilter entstand auf einer angrenzenden Wiese. Planung und Ausführung lagen bei uns, das Umbaukonzept kam vom Planungsbüro WasserWerkstatt, die Technik von unserem Partner Biotop. Seither reinigt sich das Wasser ohne jede Chemie. Die Gästezahlen stiegen deutlich, und 2003 erhielt die Gemeinde dafür den Umweltpreis des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. 2024 hat das Bad seinen 90. Geburtstag gefeiert.
| Ort | Lenggries, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen |
| Auftraggeber | Gemeinde Lenggries |
| Beschluss / Bau | Gemeinderat Juli 1999, Umbau 2001 |
| Schwimmbereich | 1.650 m² |
| Regenerationsbereich | 1.540 m² |
| Wasserfläche gesamt | 3.190 m² |
| Wassertiefe | 2,5 m |
| Kinderbadebereich | 60 m² |
| Aufbereitung | biologisch, chlorfrei – Biotop Swimming Pond |
| Leistung von uns | Planung und Ausführung der Teichanlage |
| Auszeichnung | Umweltpreis des Landkreises 2003 |
Technische Angaben nach dem Referenzblatt unseres Partners Biotop. Fotos: Benjamin Klopp / frames for good.
Naturbad Aschauerweiher, Bischofswiesen
Am Aschauerweiher im Berchtesgadener Land gibt es seit 1880 ein Bad. 2002/2003 wurde es umgebaut und 2004 als Naturbad wiedereröffnet – seither gilt „das Aschi“ als größtes Naturbad Deutschlands. Über 12.000 Wasserpflanzen übernehmen die Reinigung, Chemikalien kommen nicht zum Einsatz.
Die Anlage zeigt, wie viel in einem Naturbad möglich ist, wenn die Fläche es zulässt: Badestrand mit Bachlauf, Sprungfelsen, eine Pirateninsel mit Hängebrücke – und der Blick auf Watzmann und Hoher Göll. Für uns ist es die größte öffentliche Wasseranlage, die wir gebaut haben.
| Ort | Bischofswiesen, Berchtesgadener Land |
| Auftraggeber | Gemeinde Bischofswiesen |
| Bad am Ort seit | 1880 |
| Umbau zum Naturbad | 2002/2003, Wiedereröffnung 2004 |
| Schwimmfläche | 4.200 m² |
| Pflanzenfilter | 3.800 m² |
| Aufbereitung | biologisch, chlorfrei – über 12.000 Wasserpflanzen |
| Besonderheiten | Badestrand mit Bachlauf, Sprungfelsen, Pirateninsel mit Hängebrücke |
| Größe | gilt als größtes Naturbad Deutschlands |
Angaben nach der Gemeinde Bischofswiesen. Das Bad ist im Sommer täglich geöffnet – am besten selbst hineinsteigen.
Was ein öffentliches Naturbad im Ort auslöst
Den schönsten Beleg dafür liefert der Extrembergsteiger Thomas Huber von den Huberbuam. In unserem Video „Gespräch im Garten“ erzählt er, dass ihn erst das Aschauerweiherbad überhaupt auf den Gedanken gebracht hat, sich auch im eigenen Garten einen Schwimmteich zu wünschen. Beides durften wir bauen: das öffentliche Naturbad in Bischofswiesen und später seinen privaten Schwimmteich.
Für Gemeinden ist das mehr als eine schöne Geschichte. Ein Naturbad ist nicht nur ein Bad, das Betriebskosten verursacht – es zeigt einem ganzen Ort, wie sich chlorfreies Wasser anfühlt, und wird zu einem Platz, mit dem sich die Leute identifizieren.
Weitere öffentliche Anlagen von uns
Neben Lenggries und dem Aschauerweiher stammen von uns unter anderem eine Anlage in Stetten (2003, rund 500 m²) und eine in Oberhaching (2008, rund 1.000 m²) sowie die Wassertechnik der Marina de Monaco in München. Zusammen mit den beiden Naturbädern sind das rund 12.000 m² öffentlich zugängliche Wasserfläche.
Der praktische Vorteil für eine Gemeinde, die überlegt: Diese Bäder können Sie besuchen, bevor Sie entscheiden. Wir kommen gern mit und zeigen Ihnen, was man an einer 25 Jahre alten Anlage sieht – und was nicht.
Wenn das eigene Freibad zur Entscheidung steht
Beide Bäder oben standen einmal genau an diesem Punkt. Was wir dabei gelernt haben, geben wir gern weiter: wie die Aufbereitung funktioniert, was für ein Naturbad spricht – und wo seine Grenzen liegen.
Wie ein Naturfreibad das Wasser sauber hält
Ein Naturfreibad – fachlich ein Swimming Pond – trennt die Fläche in einen Schwimmbereich und einen bepflanzten Regenerationsbereich. Wasserpflanzen und Mikroorganismen entziehen dem Wasser die Nährstoffe, von denen Algen leben; der Schwimmbereich wird dadurch dauerhaft nährstoffarm und klar gehalten. Umgewälzt wird leise und energiesparsam, desinfiziert wird nicht.
Der Unterschied zum Chlorbad ist kein moralischer, sondern ein technischer: Es werden keine Desinfektionsmittel gelagert, dosiert und überwacht, und die Stoffgruppe der Trihalogenmethane, die bei der Chlorung aus Chlor und organischem Material entsteht, bildet sich gar nicht erst. Ein sachgerecht betriebenes Chlorbad ist nach Einschätzung des Umweltbundesamts gesundheitlich unbedenklich – ein Naturbad umgeht diesen Aufwand einfach.

Warum immer mehr Gemeinden darüber nachdenken
Die Zahlen sind eindeutig. Nach dem KfW-Kommunalpanel 2025 melden 48 % der Kommunen einen Investitionsrückstand bei ihren Freibädern. Bei 16 % der Freibäder droht die Schließung, wenn nicht innerhalb von drei Jahren saniert wird.
Das trifft direkt die Kinder. Der Anteil der Nichtschwimmer im Grundschulalter hat sich laut DLRG zwischen 2017 und 2022 von 10 auf 20 Prozent verdoppelt; knapp 60 % verlassen die Grundschule ohne sicheres Schwimmvermögen. Im gleichen Zeitraum sank in Gemeinden unter 5.000 Einwohnern der Anteil der Eltern, die ein Bad als gut erreichbar bezeichnen, von 90 auf 78 Prozent. Wer kein Bad in der Nähe hat, lernt schlechter schwimmen – und in heißen Sommern fehlt der Ort, an dem eine Gemeinde zusammenkommt.

Was für die Gemeinde dafür spricht
Sechs Punkte, die in Gemeinderatssitzungen regelmäßig den Unterschied machen – und ein ehrlicher Nachteil.
Keine Chemie im Haus
Kein Lagern, Dosieren und Nachweisen von Desinfektionsmitteln – und keine Chlornebenprodukte im Wasser.
Das Becken bleibt
In der Regel wird das vorhandene Freibecken weitergenutzt und um Regenerationsflächen ergänzt. Umbau statt Neubau.
Ganzjährig gefüllt
Kein Ablassen und Neubefüllen jede Saison. Bei Frost lässt sich die Fläche als Eisfläche nutzen – das Naturbad Königstein macht das so.
Keine Beckenheizung
Es gibt keine Heizanlage, die Energie kostet und gewartet werden muss. Das Wasser ist dafür so warm, wie der Sommer es macht.
Ein Stück Natur im Ort
Flachwasser, Schilf und Seerosen sind Lebensraum für Libellen, Amphibien und Insekten – im Becken selbst wird nur geschwommen.
Ein Bad, das man mag
Naturbäder wirken wie ein Badesee, nicht wie eine Anlage. In Lenggries stiegen nach dem Umbau die Gästezahlen deutlich.
Und der ehrliche Nachteil
Ein Naturbad ist kein Chlorbad mit grünem Anstrich. Das Wasser ist nicht beheizt und im Frühjahr entsprechend frisch; die Biologie braucht nach dem Winter einige Wochen Anlaufzeit. Und hygienisch gilt ein anderer Maßstab: Öffentliche Naturbäder werden nicht nach DIN 19643 wie Chlorbäder beurteilt, sondern nach der Empfehlung „Hygienische Anforderungen an Kleinbadeteiche“ des Umweltbundesamts – mit regelmäßiger Beprobung durch das Gesundheitsamt und dem Hinweis an die Gäste, dass das Infektionsrisiko höher liegt als im desinfizierten Becken. Wer das offen kommuniziert, hat damit erfahrungsgemäß keine Probleme; wer es verschweigt, schon.
Umbau statt Neubau – und was das ausmacht
Der wirtschaftliche Kern liegt darin, dass das bestehende Becken erhalten bleibt. Es bekommt einen Regenerationsbereich, neue Zu- und Abläufe, Stege und Einstiege; die Pflanzenfilterfläche entsteht meist auf einer angrenzenden Wiese. Tiefbau, Betonsanierung und Technikgebäude eines konventionellen Neubaus entfallen weitgehend.
Ein aktuelles Beispiel aus Niederbayern zeigt die Größenordnung: In Freyung wurde 2024 ein stillgelegtes Schwimmbad als Naturbad neu gebaut. Eine technische Sanierung des alten Chlorbads hätte nach Aussage des Bürgermeisters mindestens das Doppelte gekostet. Belastbare, allgemeingültige Vergleichszahlen für Bau- und Betriebskosten gibt es nicht – wir nennen deshalb bewusst keine, sondern rechnen jedes Bad einzeln.

Wie wir mit Gemeinden arbeiten
Wir sind seit über 40 Jahren Biotop-Partner und haben über 440 Wasseranlagen gebaut – von 10 m² im Reihenhausgarten bis zu den Bädern auf dieser Seite. Für öffentliche Bäder gilt das Regelwerk der FLL („Richtlinien für Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von Freibädern mit biologischer Wasseraufbereitung“), hygienisch die UBA-Empfehlung für Kleinbadeteiche.
Wir arbeiten als Komplettanbieter oder als ausführender Betrieb, wenn Planung und Ausführung getrennt ausgeschrieben sind – so wie in Lenggries, wo das Konzept von einem Planungsbüro kam. Auch die Pflege und den saisonalen Service übernehmen wir auf Wunsch dauerhaft.
Am nützlichsten sind wir früh: bei der Frage, ob das vorhandene Becken taugt, wie viel Regenerationsfläche das Grundstück hergibt und was das realistisch bedeutet. Diese Einschätzung geben wir vor jeder Planung – und sagen auch, wenn ein Standort nicht passt.
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