
Erinnerungsgarten Iffeldorf
Ein Friedhof, auf dem Urnen mitten in einem blühenden Staudenbeet beigesetzt werden – dazu ein Waldteil für Baumbestattungen und ein Ort für Kinder.
| Lage | Iffeldorf, Landkreis Weilheim-Schongau |
| Größe | Erinnerungsgarten mit Urnenfeldern und Bereich für Baumbestattungen |
| Planung | Planung, Bau und Pflege: Fuchs baut Gärten · Bauherrin: Gemeinde Iffeldorf · eingeweiht am 1. Juni 2024 |
| Ausführung | Fuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden |
| Fotografie | Benjamin Klopp / frames for good |
| Auszeichnung | Im Callwey-Buch „Landschaftsarchitektur“ 2026 |
„Ein Friedhof ist kein Garten. Er ist ein Ort, an dem Menschen weinen, sich erinnern und irgendwann wieder ruhig werden.“
Ein Friedhof ist kein Garten. Er ist ein Ort, an dem Menschen weinen, sich erinnern und irgendwann wieder ruhig werden. Das war die Vorgabe für alles, was hier entstanden ist.
Die Gemeinde Iffeldorf wollte alternative Bestattungsformen anbieten – Fragen dazu waren über Jahre an den Bürgermeister herangetragen worden. Entstanden ist ein „Erinnerungsgarten“ mit Urnenfeldern und Urnengräbern und ein eigener Bereich für Baumbestattungen, der sich bei Bedarf erweitern lässt. Geplant, gebaut und gepflegt von uns.
Das große Staudenbeet
Der Erinnerungsgarten ist kein Gräberfeld mit einem Beet daneben – er ist ein Beet. Urnen werden mitten in eine üppige Staudenpflanzung beigesetzt, die von Juni bis in den Oktober blüht: Sonnenhut, Sonnenbraut, Salbei, Gräser. Dazwischen führt ein geschwungener Weg, es gibt Sitzbänke, Bäume und Granitblöcke zum Verweilen.
Die Namen stehen nicht auf Grabplatten, sondern auf kleinen Blättern aus Bronze, die an Stelen aus hellem Naturstein befestigt werden. Ein Blatt kommt dazu, wenn jemand dazukommt. Das ist unaufdringlich und trotzdem sichtbar – und es macht aus einer Reihe von Gräbern eine gemeinsame Pflanzung.
Der Waldteil
Wer es schattig und still mag, findet den zweiten Bereich: Baumbestattungen im alten Baumbestand. Kein Rasen, kein Kies – Waldboden, Farne und Schattenstauden. Zwei sehr verschiedene Orte auf einem Friedhof, damit Menschen wählen können, was zu ihnen passt.
Das Engelsgrab
Es gibt auf diesem Friedhof eine Stelle für Kinder, die zu früh gestorben sind. Eine Stele aus Naturstein, ein goldener Schmetterling, goldene Sterne und ein Satz aus dem Markusevangelium: „Und Jesus nahm die Kinder in seine Arme und segnete sie.“ Kein Name, sondern ein gemeinsamer Ort.
Diese Stelle war uns die wichtigste am ganzen Projekt. Mehr schreiben wir dazu nicht.
Im Zuge der Arbeiten wurden auch der Hauptweg durch den Friedhof saniert und die Hecken kräftig zurückgeschnitten. Eingeweiht wurde der neue Bereich am 1. Juni 2024 – bei Dauerregen, weshalb der Festakt in der Aussegnungshalle stattfand; gesegnet wurde er von katholischer und evangelischer Seite gemeinsam. Beim Bürgermeister sei bis dahin „nur positives Feedback“ eingegangen (Merkur, 3. Juni 2024).
Der Friedhof steht zusammen mit dem Rathausplatz im Callwey-Buch Landschaftsarchitektur 2026. Wir pflegen die Anlage weiter – bei einem Staudenbeet, in dem Urnen liegen, ist das keine Nebensache. Was wir für Gemeinden sonst tun, steht unter Grün in der Stadt und Naturfreibad für Gemeinden.















