
Ein Vorbild für das Tegernseer Tal
Ein Garten in steiler Südhanglage – unaufdringlich und mit der Landschaft verwoben.
| Lage | Tegernsee |
| Größe | 1.000 m² (gebaut 2014–2016) |
| Planung | Jan Vandebotermet |
| Ausführung | Fuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden |
| Fotografie | Dama Fotografie, Thomas Greil |
| Auszeichnung | „Gärten des Jahres“ 2018 (Callwey) – im Buch „Die 50 schönsten Privatgärten“ veröffentlicht · Projekt beim Wettbewerb ansehen |
„Wir brauchten ebene Flächen, damit die Kinder Fußball spielen können, ohne jedes Mal den Ball im Tal abholen zu müssen.“
Einen Garten in steiler Lage zu bauen ist zweimal schwierig: einmal für die Baustellenlogistik, einmal für die Pflanzen, die schnell anwachsen und den Boden halten müssen. Hier kam dazu, dass der Hang oberhalb von Tegernsee nach Süden zeigt. Der Boden trocknet bei voller Sonne schnell aus, und das Regenwasser ist weg, bevor es jemandem nützt.
Das Haus ist schlicht und erinnert an eine Almhütte, ohne kitschig zu sein. Genau so sollte der Garten werden: ohne Übertreibung, die nicht in die Landschaft passt. Geplant hat ihn Jan Vandebotermet, der in Belgien Landschaftsarchitektur studiert hat und viele Gärten in der Region kennt.
Ebene Flächen – und der Grund dafür
Der Wunsch der Familie war handfest: Die Kinder sollten Fußball spielen können, ohne den Ball jedes Mal im Tal zu suchen. Also wurde der Hang mit Natursteinmauern terrassiert – nicht als Selbstzweck, sondern um nutzbare Ebenen zu gewinnen. Dazu kamen ein Holz-Spielhaus und ein runder Sitzplatz oberhalb des Hauses, den ein schmaler, naturnaher Weg erschließt. Wie das aussieht, zeigen die anderen Gärten am Hang.
Pflanzen, die Trockenheit aushalten. Am Südhang fiel die Wahl auf Kiefern (Pinus sylvestris) – sie kommen mit den Bedingungen zurecht und geben zugleich Sichtschutz. Dazu Stauden, die Hitze vertragen: Lavendel, Salbei, Katzenminze und weiße Beetrosen (Rosa ‚Aspirin-Rose‘). Die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) wächst überall ein wenig durch und nimmt der Pflanzung die Strenge. In den halbschattigen Bereichen stehen Christrosen, Prachtspieren und Storchschnabel – genauso pflegeleicht.
Drei Steine, ein Garten. Natursteinmauern und Trittstufen sind aus Kalkstein, einem in den Alpen weit verbreiteten Gestein. Die Terrasse am Haus – gedacht als erweitertes Wohnzimmer – besteht aus geschnittenen Muschelkalk-Platten. Am Hauseingang kamen gebrauchte Granitplatten und Kleinstein mit abgerundeten Kanten zu neuen Ehren. Mehr dazu: Mauern und Naturstein.
Was hier ausdrücklich erlaubt ist
In den breiten Fugen der Kalksteine dürfen sich Kräuter breitmachen, die sich von selbst eingefunden haben. Und die gelben Lindenblätter, die im Herbst reichlich fallen, bleiben liegen – sie stören das Bild nicht, sie gehören dazu. Es ist ein Garten, in dem die Natur mitgestalten darf; ein pflegeleichtes Grün, das viel verträgt. Der Blick auf den Tegernsee und die Voralpen bleibt selbstverständlich frei.
Gebaut wurde von 2014 bis 2016 in zwei Abschnitten – erst die Seeseite, dann die Hangseite. Zweieinhalb Jahre für einen Garten klingt lang, aber am Steilhang geht vieles nur von Hand: Stein für Stein, Ebene für Ebene. Die Aufnahmen von Thomas Greil zeigen den Garten im Sommer 2017, ein Jahr nach der Fertigstellung – da war er schon eingewachsen.











Fotos: Dama Fotografie, Thomas Greil · „Gärten des Jahres“ 2018 (Callwey) – im Buch „Die 50 schönsten Privatgärten“ veröffentlicht
