
Marina Monaco – Wasser auf Zeit
Ein Schwimmteich mitten im Münchner Industriegebiet, angelegt für fünf Jahre – über 500 m² Wasserfläche ohne Chemie, mit Sandstrand und Booten.
| Lage | München, Schwabing-Freimann |
| Größe | über 500 m² Wasserfläche, max. 1,20 m tief |
| Planung | Planung und Bau des Schwimmteichs: Fuchs baut Gärten, Landschaftsarchitekt Hans Rampf · Bauherrin: Immobiliengruppe Hammer AG, München · im Bauantrag aufgeführter Architekt: Timo Oberbossel (Hammer AG) · designgebende Innenarchitektin: Rebecca Pittlinger (Hammer AG) · ausführende Holzbaufirma: Max Rappenglitz GmbH · Betrieb und Veranstaltungen: Sylvenstein Event GmbH · Planung Frühling 2025, eröffnet Mai 2026 |
| Ausführung | Fuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden |
| Fotografie | Benjamin Klopp / frames for good |
| Auszeichnung | Im Buch „Landschaftsarchitektur“ 2027 (Callwey) |
„Wasser schafft Ort – auch dort, wo keiner war. Dass dieser Schwimmteich nur auf Zeit existiert, ist kein Mangel, sondern sein Kern: Landschaft als Angebot, nicht als Versprechen für die Ewigkeit.“
Mitten in einem Münchner Industriegebiet liegt seit Mai 2026 ein Schwimmteich mit Sandstrand, Booten und Fontäne. Wo bis vor kurzem mit schwerem Gerät Metallteile gefertigt wurden, stehen jetzt Liegen im Sand.
Hineingehen soll hier niemand – und das hat nichts mit der Wasserqualität zu tun. Die ist ausgezeichnet. Der Teich ist bewusst flach angelegt, maximal 1,20 m; tiefer gebaut wäre er ein Schwimmteich wie jeder andere von uns. Aber ein öffentliches Badegewässer braucht eine Badeaufsicht – und das war für diese Anlage nicht vorgesehen. Deshalb ist die Wasserfläche eingezäunt. Was bleibt, ist Wasser zum Anschauen, zum Abkühlen der Luft und zum Danebensitzen mit einem Glas in der Hand.
Wenn Sie wirklich hineinwollen: Schwimmteich für den eigenen Garten, Naturfreibad für Gemeinden.
Was ihn besonders macht, ist seine Befristung. Die Zwischennutzung ist auf fünf Jahre angelegt, geöffnet von April bis Ende Oktober. Danach entsteht auf dem Areal das Stadtquartier „Neue Schmiede“ – und genau dort, wo heute der Teich liegt, ist der künftige Quartiersplatz geplant. Der Garten weiß also von Anfang an, dass er wieder geht.
Warum eine Fläche auf Zeit trotzdem etwas taugt
Man könnte sagen: Warum Aufwand für etwas, das wieder verschwindet? Die Antwort steht am Ufer. In der ersten Saison haben sich Schilf, Blutweiderich und Gräser etabliert, Insekten sind da, im Wasser arbeitet die Biologie. Fünf Jahre sind für einen Menschen ein Zwischenschritt – für eine Libelle sind es Generationen.
Und für die Menschen, die hier arbeiten, ist es der einzige kühle Ort in Gehweite. Ein Industriegebiet heizt sich auf; eine offene Wasserfläche mit Bepflanzung tut das Gegenteil. Deshalb ist temporäres Grün kein Kompromiss, sondern ein Werkzeug – dazu mehr unter Stadtgrün.
Zwischennutzung ist Stadtentwicklung
Ein Areal, das auf seine Neubebauung wartet, liegt normalerweise brach: Zaun, Schotter, fünf Jahre nichts. Hier ist es stattdessen öffentlich zugänglich und ökologisch aktiv – die Nachbarschaft bekommt einen Ort, den es vorher nicht gab, und das künftige Quartier ist belebt, bevor der erste Neubau steht.
Das ist auch der Grund, warum dieses Projekt im Callwey-Buch „Landschaftsarchitektur“ erscheint und nicht bei „Gärten des Jahres“: Es geht hier nicht um einen Garten, sondern um Freiraum in der Stadt. Für Kommunen und Projektentwickler ist das die eigentliche Erkenntnis – eine Wasserfläche auf Zeit ist planbar, genehmigungsfähig und nach fünf Jahren rückstandslos wieder weg. Wenn Sie so etwas vorhaben: Stadtgrün und sprechen wir darüber.
Die Technik dahinter
Über 500 m² Wasserfläche, maximal 1,20 m tief, gereinigt ohne Chemie. Wir haben mit derselben Biotop-Technik gearbeitet wie bei unseren Schwimmteichen: eine Regenerationszone, in der Pflanzen und Mikroorganismen die Nährstoffe abbauen, dazu die Umwälzung und die Fontäne, die Sauerstoff einträgt. Der Unterschied zu einem privaten Teich ist die Belastung – hier sitzen an einem warmen Abend viele Hundert Gäste am Ufer, und der Sand wandert ins Wasser. Dafür muss die Zone großzügiger dimensioniert sein.
Als Biotop-Partner seit 1993 haben wir über 440 Wasseranlagen gebaut. Diese hier ist die erste, die planmäßig ein Ablaufdatum hat.
Hintergrund zur Zwischennutzung, zum Areal von fast 60.000 m² und zu den 800 Tonnen Sand: tz München vom 22. Mai 2026. Betrieben wird die Anlage von der Sylvenstein Event GmbH (marinamonaco.de) – Öffnungszeiten und Veranstaltungen stehen dort.

















Fotos: Benjamin Klopp / frames for good · Im Buch „Landschaftsarchitektur“ 2027 (Callwey)
