
Oase am Living Pool – ein Stadtgarten
Ein Badeparadies auf 430 m² im Münchner Vorort – der Pool ist der Mittelpunkt und drängt sich trotzdem nicht auf.
| Lage | München (Vorort) |
| Größe | 430 m² |
| Planung | Fuchs baut Gärten GmbH (Planung und Ausführung) |
| Ausführung | Fuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden |
| Fotografie | Benjamin Klopp / frames for good |
| Auszeichnung | Longlist „Gärten des Jahres“ 2025 (Callwey) |
„Der Pool ist der Mittelpunkt – und wirkt trotzdem nicht zu präsent. Darauf sind wir hier am meisten stolz.“
Ein Stadtgarten im Münchner Vorort, 430 m², und die Aufgabe klang zunächst nach einem Widerspruch: ein Badeparadies auf begrenztem Platz, das stilistisch zum Haus passt und sich trotzdem davon abhebt – wärmer, weicher, einladender als der Belag drinnen.
Der Garten war ein weit gezogenes Rechteck: vorne eine kleine Terrasse, dahinter viel ungenutzter Rasen, und ganz hinten läuft das Grundstück in einen bestehenden Wald über. Genau diese Staffelung haben wir zur Idee gemacht. Gestaltet ist nur der vordere Bereich, direkt am Haus – als Erweiterung des Wohnraums. Nach hinten löst sich alles auf, und man hat weiter das Gefühl, der Garten gehe in den Wald über. Der hintere Teil blieb deshalb unangetastet.
Mittelpunkt ist ein Living Pool – biologisch gereinigt, ohne Chemie, wie es sich die Bauherrschaft gewünscht hatte. Das Kunststück daran ist nicht die Technik, sondern die Zurückhaltung: Der Pool ist der Mittelpunkt, wirkt aber nicht zu präsent. Darauf sind wir bei diesem Garten am meisten stolz.
Die Materialien tragen das warme Konzept: Terrassenbelag und Abdeckplatten aus Naturstein „Bella Toskana“ im großen römischen Verband von Rinser Naturstein, dazu eine Holzterrasse aus Kebony clear – die alte Holzterrasse wurde abgebrochen und neu belegt. Ein Fund war die vorhandene Natursteinmauer: Sie blieb, wurde in die Gestaltung eingebunden und in der Mitte geöffnet – jetzt ist sie der Austritt zum Pool.
Die Bepflanzung bleibt farblich ruhig, in Weiß und Rosé, pflegeleicht und insektenfreundlich – Hortensien, Salvia, Gräser, ein Apfelbaum „Gravensteiner“ und ein mehrstämmiger Pflaumenblättriger Weißdorn, geliefert von Lorenz von Ehren und Fehrle Stauden. Dazu eine Feuerstelle mit Sitzblöcken und ein Hängemattenplatz unter den Birken.
Die eigentliche Herausforderung war die Zugänglichkeit: Der Durchgang zum Garten ist nur 1,20 Meter breit. Die Maschinen mussten per Kran über das Haus in den Garten gehoben werden, das Material lief über Förderbänder. Gebaut wurde in dieser Reihenfolge: erst der Pool, dann die Natursteinterrasse, dann das Holzdeck, zuletzt die Pflanzen. Fertig im Frühjahr 2024.

So war es geplant: die 3D-Ansicht aus unserem Entwurf. Wer wissen möchte, wie so eine Planung entsteht – Beratung und Planung.
Die Technik hinter dem klaren Wasser
Das Becken ist ein Living Pool von BIOTOP – gereinigt wird biologisch, ohne Chlor, über Filtermatten statt über eine Pflanzenzone. Deshalb sieht er aus wie ein klassischer Pool und braucht trotzdem keine Chemie. BIOTOP-Partner sind wir seit 1993. Was der Unterschied zum Schwimmteich genau ist, steht im Vergleich.
Beim Belag ging es um Wärme: Der Terrassenbelag sollte einen warmen Gegensatz zum kühleren Bodenbelag im Haus bilden – deshalb Kebony für das Holzdeck, ein Holz, das lange hält und dabei nachdunkelt statt zu vergrauen.
Die Zahlen zum Becken
24 m² Wasserfläche und über 33,6 m³ Wasser – für einen Stadtgarten von 430 m² ein großzügiges Becken. Der Einstieg ist eine gemauerte Treppe, davor liegt ein 80 cm hohes Podest; die Randeinfassung ist Grigio-Struktur, und zwei Strahler setzen das Becken abends in Szene. Gebaut 2023.
Das Detail, das wir am liebsten erklären: Der Skimmer ist ein tierfreundlicher Bogenskimmer. Ein normaler Skimmer ist für Kröten, Molche und Insekten eine Falle – hinein kommen sie, heraus nicht. Dieser hat eine Schräge, über die Tiere selbstständig wieder ins Freie gelangen. Das kostet fast nichts und entscheidet über Leben und Tod von einigen Hundert Tieren pro Sommer. Mehr zur Technik: Living Pool.












