
Mit der Landschaft verwachsen – Naturgarten in Lenggries
Ein Naturgarten im Isartal mit Blick aufs Brauneck – Rückzugsort und Festlocation zugleich.
| Lage | Lenggries |
| Größe | 3.000 m² (gebaut in Etappen 2016–2019) |
| Planung | Fred Fuchs (Naturgartenprofi) |
| Ausführung | Fuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden |
| Fotografie | Klas Stöver |
| Auszeichnung | „Gärten des Jahres“ 2021 (Callwey) – nominiert und im Buch veröffentlicht · Projekt beim Wettbewerb ansehen |
„Die umliegenden Feuchtwiesen wurden in die Gestaltung einbezogen, um den Eindruck einer weiten, grenzenlosen Almfläche aufrechtzuerhalten.“
Sensibel gestaltet im Außenbereich: auf hohe Zäune und blickdichte Hecken wurde verzichtet, ein Trockenbach nimmt Niederschlag auf, rund 50.000 Geophyten verwildern in der Wiese. Mittelpunkt ist eine Außenküche mit Grill und Kamin aus einem Monolithen, gefertigt mit Steinmetz Georg Hauser.
Gebaut wurde in Etappen von 2016 bis 2019: zuerst der Hausgarten mit dem Naturteich in Wallbauweise und 44 m² Holzdeck aus Ipé, 2017 die Außenküche – ein Prototyp aus Naturstein mit offenem Feuer, Kamin und Spanferkel-Grill-Funktion –, im Winter 2018/19 der grüne Sichtschutz, für den sieben große Fichten als Solitäre verpflanzt wurden. Die Aufnahmen von Klas Stöver zeigen den Garten im Jahr 2018 – samt einem Fest unter den Sonnensegeln, wofür dieser Garten gemacht ist. Mehr zu Außenküchen: Garteneinrichtung.
Ein Tag in diesem Garten
Morgens gehört der Garten den Leisen. Die Blumenwiese richtet sich auf, das Wasser des Naturteichs liegt still, und der Dackel des Hauses dreht seine erste Runde – am Schilf entlang, einmal über die Trittplatten, dann zurück auf die warme Türschwelle, wo er den Rest des Vormittags Wache hält. Kein Zaun stellt sich dem Blick entgegen; wo der Garten aufhört und die Feuchtwiesen anfangen, kann man nicht sagen. Genau so war es gemeint.
Und dann gibt es die anderen Tage. Abends spannen sich die Sonnensegel über dem Rasen, und in der Außenküche brennt das Feuer: Dann ist der Naturstein-Monolith keine Skulptur mehr, sondern Arbeitsplatz – es riecht nach Holz und Gegrilltem, und wenn es sein soll, dreht sich das ganze Spanferkel. An der langen Tafel wird gegessen und geredet, die Gartenbeleuchtung holt die Gehölze aus dem Dunkel, und der Teich spiegelt die Lichter, bis der Garten irgendwann wieder still wird und nur noch das Wasser zu hören ist.
Das ist das Kunststück dieses Ortes: Er kann Ruhe und Fest, ohne sich zu verstellen – ein Refugium mit eingebauter Feierlaune. Und der Dackel? Der findet beides gut.



















Fotos: Klas Stöver · „Gärten des Jahres“ 2021 (Callwey) – nominiert und im Buch veröffentlicht
