
Grüne Visitenkarte – Firmengarten in Geretsried
Eine repräsentative Außenanlage für den Firmensitz, in der Mitarbeiter und Kunden entspannen.
| Lage | Geretsried |
| Größe | 5.000 m² (Kernbereich ca. 2.500 m²) |
| Planung | Jan Vandebotermet |
| Ausführung | Fuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden |
| Fotografie | Benjamin Klopp · Klas Stöver · Nachtaufnahmen: Miquel Tres |
| Auszeichnung | „Gärten des Jahres“ 2021 (Callwey) – nominiert und im Buch veröffentlicht · TASPO Award 2025 · BGL Award 2025 · Projekt beim Wettbewerb ansehen |
„Die Anlage sollte anspruchsvoll sein und den Geschmack der Kundschaft mit Wasserbecken und stimmungsvoller Beleuchtung treffen.“
Auftraggeber ist die Rudolf Group in Geretsried, ein Chemieunternehmen mit rund 300 Mitarbeitern. Entstanden ist ein geschlossener Innenhof auf 1×1-Meter-Raster: Großformat-Granitplatten, drei Edelstahl-Wasserbecken, Sitzwürfel aus Granit und farbwechselnde Lichtwürfel – die Lichtplanung lag bei Werner Memmel, WML Lichtplanung. Kubisch geschnittene Eiben und ein Birnen-Spalier rahmen den Raum. Über die Jahre wurde die Anlage behutsam weiterentwickelt – ergänzt um Schwimmteich, Zen-Garten und weitere Pflanzbereiche; 2025 wurden die Staudenflächen nach Pflanzplänen von Meisterin Elisabeth Simon neu bepflanzt, die laufende Betreuung übernimmt unser eigenes Pflegeteam. 2025 gewann das Projekt den TASPO Award und den erstmals vergebenen BGL Award „Bestes GaLaBau-Projekt Firmengarten“ – überreicht in Berlin von BGL-Präsident Thomas Banzhaf. Der aktuelle Zustand erscheint im Callwey-Fachbuch „Landschaftsarchitektur 2026“.
Elf Jahre an einem Garten
Dieses Projekt ist kein Auftrag, der abgeschlossen wurde. Geplant haben wir 2014, gebaut wurde 2017 – und seither entwickeln wir die Anlage gemeinsam mit dem Unternehmen weiter. Genau das ist bei einem Firmengelände oft der Fall: Es wächst mit dem Betrieb.
Gestalterisch richtet sich der Garten nach dem Gebäude. Das neue Bürohaus ist offen und hat viel Glasfläche – der Garten musste diese Offenheit aufnehmen und gleichzeitig verschiedene Gebäudestile auf dem Gelände miteinander verbinden. Deshalb keine Zonierung, die Grenzen zieht, sondern Flächen, die ineinander übergehen.
Auf dem Gelände stehen Bienenvölker
Die Stöcke tragen den Namen des Unternehmens – die Bienen gehören zur Firma, nicht zur Deko. Für uns ist das die schönste Rückmeldung, die ein Firmengarten geben kann: Was hier gepflanzt wurde, ist Nahrung. Rosen, Storchschnabel, Stauden über die ganze Saison verteilt – ein Gelände, auf dem Bienen tatsächlich etwas finden, sieht anders aus als eine Rasenfläche mit Formschnitt. Wie wir Pflanzungen dafür aufbauen, steht unter Staudenpflanzung und Umwelt und Artenvielfalt.
Das größte Element der Anlage ist Wasser. Neben den drei Becken im Innenhof ist über die Jahre ein Schwimmteich entstanden, der heute die Mitte des Geländes bildet: Seerosen, Schilf und Findlinge am Ufer, und in der Wasserfläche spiegelt sich die weiße Rautenfassade des Bürogebäudes. Von oben sieht man, dass Gebäude und Garten dabei nicht nebeneinanderliegen, sondern ineinandergreifen. 100 m² Wasserfläche, 1,5 m tief, gebaut 2019 – auf einem Firmengelände eine Größe, die man sonst von Hotelanlagen kennt. Gebaut ist er in Mauerbauweise mit granitgrauer Folie; deshalb ist die Kante so präzise. Die Technik: zwei Bogensiebskimmer, eine Kombi-Box V100 und ein Bio-Kompaktfilter V100 – biologische Aufbereitung, kein Chlor. Mehr dazu: Wasser im Garten und Außenanlagen für Betriebe.
Die Bäume machen die Räume. Auf einem Gelände ohne Zäune und Zonen muss die Gliederung von den Pflanzen kommen: eine Reihe schmaler Säulenbäume führt den Weg aus Kleinstein entlang, Dachplatanen bilden ein Dach über den Sitzwürfeln, und eine Kiefer steht mitten im langen Wasserbecken – der eine Baum, der alles zusammenhält. Wer große Gehölze setzen will, findet Hintergründe unter Bäume und Großbäume.
Und ein Ort, an dem nichts passiert. Der Zen-Garten ist bewusst die stillste Fläche des Geländes: Kies, ein stehender Findling, eine Kiefer, Formschnitt – sonst nichts. Auf einem Firmengelände, auf dem sonst immer etwas läuft, ist genau das der Wert.





























Fotos: Benjamin Klopp · Klas Stöver · Nachtaufnahmen: Miquel Tres · „Gärten des Jahres“ 2021 (Callwey) – nominiert und im Buch veröffentlicht · TASPO Award 2025 · BGL Award 2025
