
Von Balbina Fuchs, Landschaftsarchitektin und Inhaberin · Fuchs baut Gärten, Lenggries · veröffentlicht 22.10.2026
Für die meisten winterharten Bäume, Hecken und Stauden ist der Herbst die beste Pflanzzeit: Über der Erde ist das Wachstum vorbei, unter der Erde wachsen die Wurzeln im noch warmen Boden weiter. So starten die Pflanzen im Frühjahr mit einem Vorsprung – und kommen mit dem nächsten trockenen Sommer besser zurecht.
Wichtig vorweg: Die klassische Pflanzzeit betrifft vor allem wurzelnackte Pflanzen und Ballenware. Was im Topf gewachsen ist – Stauden im Töpfchen oder Gehölze im Container –, pflanzen wir das ganze Jahr. Pause ist nur, wenn der Boden tief gefroren ist.
Warum gerade jetzt?
Die Bayerische Gartenakademie nennt gleich mehrere Gründe für die Herbstpflanzung (Merkblatt „Ideale Pflanzzeit“):
- Die Wurzeln arbeiten weiter. Auch im Spätherbst ist der Boden warm genug, dass neue Wurzeln wachsen.
- Vorsprung im Frühjahr. Gut eingewurzelte Pflanzen treiben früher aus und überstehen Trockenphasen im Folgejahr besser.
- Weniger gießen. Im Herbst regnet es häufiger, und der Boden hält die Feuchtigkeit (Sächsische Gartenakademie).
- Größte Auswahl. Baumschulen und Staudengärtnereien haben im Herbst ihr volles Sortiment.
Bis wann kann man pflanzen?
Wurzelnackte Gehölze werden je nach Witterung von Ende September bis Anfang Dezember gepflanzt – an frostfreien Tagen, wenn der Boden aufgetaut und abgetrocknet ist. Robuste heimische Gehölze gehen ab dem Laubfall, solange der Boden nicht gefroren ist (LWG). Bei uns im Oberland gefriert der Boden oft früher als im Flachland; wir planen Herbstpflanzungen deshalb lieber früh im Herbst ein.
Wurzelnackt, mit Ballen oder im Topf?
Für die Pflanzzeit ist entscheidend, wie eine Pflanze geliefert wird:
- Wurzelnackte Pflanzen gibt es nur außerhalb der Wachstumszeit, also im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Die Wurzeln vor dem Pflanzen nur ein bis zwei Stunden ins Wasser stellen.
- Ballenware gründlich wässern und beim Pflanzen den Knoten des Ballentuchs lösen (Merkblatt „Neuanpflanzung von Gehölzen“).
- Containerpflanzen lassen sich das ganze Jahr setzen – nur nicht bei Frost und in großer Sommerhitze (LWG). Solange der Boden nicht gefroren ist, pflanzen wir auch im Spätherbst und Winter.
Hecken: Immergrüne zuerst
Eibe, Kirschlorbeer, Stechpalme und Buchs sollten möglichst früh im Herbst in den Boden. Sie verdunsten auch im Winter Wasser und können es nur mit neuen Wurzeln aufnehmen. Ist der Herbst trocken, brauchen immergrüne Laub- und Nadelgehölze um Mitte Oktober eine gründliche Wassergabe von etwa 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter (Merkblatt „Garten im Herbst“). Welche Hecke wofür passt, steht unter Sichtschutz und Hecken.
Bäume: manchmal mit dem Kran

Junge Bäume pflanzt man von Hand, große kommen bei uns oft mit dem Kran: Der Wurzelballen schwebt über Mauer oder Haus genau ins vorbereitete Pflanzloch. Bei größeren Gehölzen gehören gleich ein oder zwei Stützpfähle mit ins Pflanzloch; danach wird maßvoll angegossen und mit etwa fünf Zentimetern Rindenmulch abgedeckt (LWG). Wie eine Großbaumpflanzung bei uns abläuft, zeigt die Seite Bäume und Großbäume.
Stauden: winterharte jetzt

Für Stauden gilt dasselbe wie für Gehölze: Winterharte Arten dürfen im Herbst gepflanzt werden. Etwas empfindlichere aus milden Gegenden, etwa die Japan-Anemone, deckt man im ersten Herbst leicht mit Laub ab (LWG).
Aus unserer Erfahrung: Bei frisch gepflanzten Stauden kann der Frost die kleinen Wurzelballen aus dem Boden drücken, bevor sie richtig eingewurzelt sind. Nach Frostnächten deshalb nachschauen und hochgefrorene Pflanzen vorsichtig wieder andrücken. Wie wir Staudenbeete planen und pflanzen, steht unter Staudenpflanzung.
Was lieber bis zum Frühjahr wartet
Nicht alles gehört in den Herbst. Ins Frühjahr pflanzt man besser (LWG):
- frostempfindliche Gehölze und Stauden, etwa Hortensien, Hibiskus, Pfirsich und Aprikose,
- Rosen in rauen Lagen mit hartem Winter – dann im März oder April,
- alles auf schweren, lehmigen Böden oder an Plätzen mit stark austrocknendem Wind.
Fotos: Benjamin Klopp / frames for good
Kurz beantwortet
Warum ist der Herbst die beste Pflanzzeit?
Bis wann kann man im Herbst pflanzen?
Was pflanzt man lieber im Frühjahr?
Muss man im Herbst gepflanzte Hecken gießen?
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Jeden Donnerstag beantworten wir hier eine Frage aus dem Garten – oft eine, die uns Kundinnen und Kunden stellen.



